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Wie man altes Gemäuer mit neuem Dorfleben erfüllt
70 Jahre lang war das Gasthaus Stadler das Zentrum des Dorfes Ameis (bei Staatz), ehe es ab 1980 einen fast 30 Jahre dauernden Dornröschenschlaf führen musste.
Wachgeküsst wurde es von einem engagierten Verein, der es als neues Kommunikationszentrum für den Ort renovierte, adaptierte und umbaute.
Der Verein "Ameiserleben" berichtet über die von ihm durchgeführte Renovierung des leerstehenden ehemaligen Gasthauses:
"Beim gesamten Umbau wurde genau darauf geachtet, die Substanz des Gebäudes bestmöglich zu erhalten. Es wurde alles wiederverwendet, was noch brauchbar war. Dementsprechend bemühten wir uns, besonders in der Gaststube als Herz eines jeden Wirtshauses die bodenständige, für das Weinviertel typische Atmosphäre aus längst vergangenen Zeiten zu erhalten. Hilfreich war, dass das Wirtshaus knapp drei Jahrzehnte weder bewirtschaftet noch bewohnt worden war. Sogar die Töpfe, Pfannen, Häferl und das Besteck lagen noch griffbereit in den Kastln und Ladln.
Der Wirtshaussaal wurde im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten vergrößert und bietet nun genügend Platz für die unterschiedlichsten Anlässe. Beispielsweise für das Seniorensingen, das regelmäßig abgehalten wird.
Eine Bar hat es zwar im alten Wirtshaus in dieser Form nicht gegeben, ist aber heute nicht mehr wegzudenken.
Bei vielen Veranstaltungen ist hier Treffpunkt für alle, die sich offensichtlich erst wieder bei Tageslicht nach Hause gehen trauen. Besonders stolz sind wir auf unseren Kirtagsstadl. Er hat eine im Inneren säulenlose Dachkonstruktion, stand schon gefährlich schief, weil der Untergrund nachgegeben hat, und war insgesamt in einem erbärmlichen Zustand.
In einer aufwändigen Rettungsaktion wurde die Konstruktion angehoben, neu ausgerichtet und neu bedacht.
Für den Boden verwendeten wir großteils alte, gestempelte Ziegel, die erst Stein für Stein geputzt werden mussten. Aber die Mühe hat sich gelohnt. Aus einer fast schon einsturzgefährdeten Rumpelkammer ist ein Schmuckkasterl geworden, das es in seiner Art in unserer Gegend in dieser Form nicht mehr gibt.
Egal ob ein Kirtag mit der original Weinviertler Kirtagsmusik, eine Hochzeit oder ein Musikfest mit der örtlichen Ortsmusik: jede Veranstaltung wird in diesem unvergleichlichen Ambiente zum besonderen Erlebnis.
Dazu passend wurde die ehemalige Eisgrui (ein Raum, in dem in Zeiten vor dem Kühlschrank das im Winter aus den Eisteichen gewonnene Eis zur Kühlung von Lebensmitteln bis in den Sommer hinein gelagert wurde) in eine Weinschänke umgestaltet. Die besonderen Eigenschaften dieses Raumes: Im Sommer schön kühl, die Bedienung recht freundlich und der Wein immer frisch – Weinviertler Herz, was willst du mehr!
Wie schon erwähnt, wurde bei uns alles wiederverwendet, was noch verwertbar war. So auch die alten Ziegelsteine.
Wir haben uns in stundenlanger Arbeit die Mühe gemacht, Stein um Stein von Mörtelresten zu reinigen. Diese Ziegel, deren Prägung an der Oberfläche verrät, von welchem ehemaligen Ziegelofen der Umgebung sie stammen, können jetzt als Bodensteine des Kirtagsstadls bewundert werden."
Eigentlich kaum zu glauben, was die Initiative einer Gemeinschaft so alles bewegen kann!
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