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Herzogenburg: Zusammenspiel von Gestern und Heute Planer: DI Richard Zeitlhuber, zeitlhuber@eunet.at Das vorgestellte Objekt liegt in einem städtebaulich intakten Gründerzeit-Ensemble an einer Lindenallee nahe dem Stadtkern von Herzogenburg (Bezirk St. Pölten). Dem Altbau aus dem Jahr 1900 wurde südseitig ein dem Gartenbereich zugewandter Holz-Glas-Anbau angefügt. Die dem Planer, Architekt Dipl.-Ing. Richard Zeitlhuber, gestellte Bauaufgabe umfasste die Entkernung und Neuorganisation des bestehenden Gebäudes, den Ausbau des Dachbodens und die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum in Form eines ganzjährig bewohnbaren Wintergarten-Zubaus. Dank der relativ harmlosen Veränderungen in den 60er Jahren war die Fassadengliederung der Straßenfront gut erhalten. Auch das Eingangssalettl war von Verschandelungen verschont geblieben und wurde in mühevoller Kleinarbeit renoviert. Bei Erweiterungen von Altbauten stellt sich dem Planer die Frage, wie auf das Vorhandene, das Alte mit dem Neuen reagiert werden soll. Die hier zugrunde gelegte Philosophie lautet simpel: heute ist heute - gestern war gestern! Das heißt praktisch: das historische Erbe soll möglichst erhalten und nach den Grundsätzen der Denkmalpflege restauriert werden, dort aber, wo Neues entsteht, soll mit heutiger Formensprache auch selbstbewusst umgegangen werden. Die Ablesbarkeit der Bauetappen soll nicht verschleiert, die Baugeschichte nicht vertuscht werden. Das Zusammenspiel von Alt und Neu, von Massivbau und Skelettbau, von Fläche und Transparenz macht die Qualität der Gesamtkomposition aus, wobei der Maßstab stimmen muss. Besonderes Augenmerk wurde beim Altbau auf die Detaildurchbildung der Fenster gelegt. Gerade beim Fenstertausch passieren immer wieder formale Sünden, klobige Fensterrahmen und zu breite Flügelhölzer können die besterhaltene Fassade zerstören. Der Wunsch der Bauherrschaften nach viel Licht und Transparenz zum Garten konnte durch den Wintergartenzubau erfüllt werden. Während der Wohnbereich das komplette Hochparterre einnimmt, befinden sich im Dachgeschoß die Schlaf- und Sanitärräume. Das weit auskragende Dach verhindert im Sommer die direkte Sonneneinstrahlung. Da das Glashaus zweigeschoßig angelegt ist, kann durch das Öffnen spezieller Klappfenster die aufsteigende Wärme direkt in das im Dachraum befindliche Bad eingeleitet werden. Bis auf die konstruktiven Arbeiten wurde der Umbau in mühevoller sechsjähriger Arbeit vom Bauherrn selbst durchgeführt. |
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