Wer von uns kennt die Diskussionen mit Arbeitskollegen oder am Stammtisch nicht: "Wie kann man so etwas bauen?", "Wer hat das bewilligt?" oder "Wie kann man diesen Bau verhindern?"
Meist handelt es sich bei derartigen Diskussionen um Bauten mit modernen Gestaltungselementen, die optisch anders als tradierte Bauformen in Erscheinung treten.
Doch wie kommt es zu solchen Fragestellungen?
Ein jeder von uns ist durch seine Erfahrung und die Wahrnehmung seiner Umgebung geprägt, häufig vorkommende Gestaltungselemente als vertraut und damit im Regelfall als angenehm zu empfinden. Neue Bauformen haben es aus diesem Grund schwerer, die Zustimmung bei den oben beschriebenen Diskussionsrunden zu erlangen, heben sie sich doch teilweise markant gestalterisch von gewohnten Bauformen ab. Bei diesen Diskussionen bleiben wesentliche Kriterien wie Funktionalität, Wohnkomfort, Nachhaltigkeit oder soziale Komponenten zumeist ausgespart und das eigentlich umfassende Thema Baukultur wird damit nur rudimentär behandelt und auf die äußere Erscheinung eines Gebäudes reduziert.
Dieses Faktum müssen wir uns immer wieder vor Augen führen und berücksichtigen, denn Baukultur betrifft uns alle, unabhängig davon, ob als Bauherr, Nachbar oder interessierter Bürger.
Aus diesem Grund ist es unsere gemeinsame Verpflichtung, Baukultur als gesamtheitliches Thema zu verstehen, um im Sinne einer nachhaltig und ästhetisch anspruchsvoll gestalteten Umwelt für die kommenden Generationen eine entsprechend hochqualitativ gestaltete Umgebung zu hinterlassen bzw. sicherstellen zu helfen.