Unterschiedliche Planungsmaßstäbe

 

ARCHITEKTUR NÖ
Ein kritischer Dialog

VON DER SEITE BETRACHTET

 

Bei der Gestaltung von Gebäuden sind Form, Material oder Farbgebung oft genauso Diskussionspunkte wie die Anordnung auf dem Grundstück selbst. Aber sind das nicht zwei völlig unterschiedliche Maßstäbe, die von unterschiedlichen Kriterien beeinflusst werden? Ich meine: ja.

Das Aussehen eines Gebäudes wird vom Bauherrn selbst und seinem Planer, die möglichen Anordnungen auf den Grundstücken von einer viel größeren Zahl an Einflussfaktoren beeinflusst und im Wesentlichen durch die Parzellierungsplanung und allfällige Bebauungspläne bestimmt. Dabei ist es wichtig, auch örtliche Gegebenheiten wie Topografie, Orientierung oder Infrastrukturanschluss zu berücksichtigen. Ziele wie geringer Flächenverbrauch, kurze Verkehrswege oder der Schutz einzelner Flächen bzw. Objekte sollten bedacht und vorausschauend geplant werden.

Warum sind diese Überlegungen so wichtig? Diese Festlegungen regeln nicht nur ein einzelnes Objekt, sondern einen weit größeren Bereich. Ein noch so gut geplantes Gebäude kann die Nachteile einer unüberlegten Siedlungsplanung nicht kompensieren. Ein weniger gut gelungenes Objekt in einer stimmigen Siedlungsstruktur hingegen kann den Gesamteindruck nicht allzu nachteilig beeinflussen. Überlegte und ortsadäquate Festlegungen in diesem Sinne helfen mit, qualitätsvolle Ortsräume sicherzustellen.

 

DI Stefan Schraml
NÖ Baudirektion