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| Was wir von Camping-Urlauben und Flugzeug-WCs lernen könnten |
Lebenszyklus-Kosten eines durchschnittlichen Einfamilienhauses
1 m2 Wohnnutzfläche
Lebenszyklus-Kosten pro
m² |
Seit
Jahrtausenden leben die Menschen behaust. Damals wie heute gibt es
in den Häusern mindestens eine Küche, einen Schlafraum und
einen Wohnraum. Und doch unterscheidet sich das historische Obdach vom
gegenwärtigen gewaltig. Dieser Unterschied ist
aber nicht in den Baumaterialien zu suchen – weder im Lehmputz
noch in den Holzwänden oder in den Holzdecken. Gerade diese
natürlichen, selbstverständlichen Baustoffe sind heute wieder
im Vormarsch. Was den wesentlichen Unterschied zur Vergangenheit ausmacht, ist vor
allem die Größe unserer gegenwärtigen Häuser. Nehmen wir das ursprüngliche,
prototypische Bauernhaus als Beispiel. Es bestand aus drei Räumen.
Die mittig gelegene Rauchküche mit dem direkt verbundenen, offenen
„Vorhaus“, der vorderen Stube und der hinteren Stube. In der
Rauchküche wurde gekocht und gelagert, in der hinteren Stube
geschlafen und in der vorderen Stube gegessen, gewohnt, gefeiert usw.
Nicht selten wohnten auf diesen vielleicht in Summe 50 m² bis
zu 10 Personen der Großfamilie. Übrigens, in China war noch bis vor
wenigen Jahren die staatlich vorgegebene, maximale Wohnfläche
ebenfalls auf 5 m2 pro Person beschränkt. Kein Platz für Protz und Prunk Besser ging es in der Vergangenheit da schon
dem Landadel, der immerhin den Zehent einhob und damit für sein
Überleben sorgen konnte. Repräsentation und das bewusste
Zeigen von Macht waren erwünscht und drückten sich letztlich
auch in Form und Größe seiner Baulichkeiten aus. Nach Abschaffung des Blutadels ist es heute der
Geldadel, der mit noch größeren Bauten den scheinbaren
Wohlstand, die Macht oder auch nur die vorhandenen finanziellen Mittel
im Gegensatz zu seiner Umgebung zur Schau stellen will. Immer mehr, immer größer Genau wie beim Auto auch, kann man im neuen,
großen Wagen nicht wirklich besser fahren als im alten, ebenso
wie man in einem überdimensionierten Haus nicht besser wohnen kann. Alle Gigantomanie wäre kein Thema, wenn
nicht wirtschaftlich harte Zeiten, Preissteigerungen,
Energieverteuerung, Rohstoffverknappung, Umweltverschmutzung,
CO2-Ausstoß – und wie sonst noch alle gegenwärtigen
Schlagwörter lauten – uns einen Strich durch unsere Rechnung
machen würden. Notwendig oder Überfluss? Jeder Quadratmeter zählt Jeder durch eine intelligente Planung gesparte
Quadratmeter bringt einen finanziellen Gewinn. Ein Gewinn nicht nur bei
den Errichtungskosten (die übrigens nur 15 % der
Lebenszykluskosten betragen), sondern vor allem in den vielen
Jahrzehnten des Betriebes (die Betriebs- und Energiekosten betragen ca.
80 % der Lebenszykluskosten). Ein Haus „lebt“ nur rund 80 Jahre Small ist nicht nur beautiful, small ist
auch smart – Architekt und freier Mitarbeiter von „NÖ gestalten“ |
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