Broschüre „NÖ gestalten“, Ausgabe 111

 

Broschüre

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„NÖ gestalten“

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Gestaltungs-
Wettbewerb

Einfühlsame Platzgestaltung in Aspang Markt

Dachgeschoßausbau in Zeiselmauer

Passivhaus in Klosterneuburg

Kapelle in Gänserndorf

Kommunalzentrum in Gastern

Umbau in Mödling

 

Berichte

Für unsere Gemeinden

Gebaute Räume im Garten

2. Teil:
Die Wachau und ihre 1.700 Weingartenhütten

Mahnmal

 

Serien

Scheinbar unscheinbar

Sind die Vogelscheuchen
vom Aussterben bedroht?

Spione tauchen auf im ganzen Land . . .

Fotos gesucht:
Die Kellergasse

 

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Platzgestaltung in Aspang Markt

Platzgestaltung in Aspang Markt

Platzgestaltung in Aspang Markt

Platzgestaltung in Aspang Markt

 

Platzgestaltung in Aspang Markt - Vorher
vorher

 

Einfühlsame Platzgestaltung
in Aspang Markt

Viele Plätze haben einiges von ihrer Ausstrahlung, ihrer ehemaligen Funktion verloren, seitdem das Auto Einzug gehalten hat. Hier ein Beispiel einer gelungenen „Reparatur“.

Durch die Zunahme des Individualverkehrs hatte es sich eingebürgert, den Kirchenplatz vermehrt als Parkraum zu nutzen. Nach den Messen konnten keine ungestörten Gespräche geführt werden, da immer wieder Autos zu- und abfuhren. Die Parksituation am Kirchenplatz war teilweise schon chaotisch. Ebenso war es durch bestehende Niveauunterschiede sehr schwierig, bei Veranstaltungen Sitzgelegenheiten aufzustellen.

Heute steht der Kirchenplatz wieder – als eine vor Autoverkehr geschützte Zone – für Kommunikation und als Begegnungsraum zur Verfügung. Mit der Schaffung eines barrierefreien Zutritts zur Kirche und zum Pfarrhof wollte die Pfarrgemeinde zeigen, dass die Kirche für alle offen ist – und niemanden ausschließt.
Durch besondere Gliederung des „Kirchenplatzes“ sowie der angrenzenden Bereiche (Eingang Schloss – Grünstreifen entlang der Fahrbahn – Kennzeichnung der Parkplätze) ist es gelungen, die Fahrbahn eindeutig zu kennzeichnen und damit den gesamten Raum übersichtlicher zu gestalten.

In der Planungsphase wurde ein Modell (1:100) angefertigt, das nicht nur dem Gemeinderat, sondern auch nach den Sonntags-Messen den Kirchenbesuchern und bei den Bürgermeister-Stammtischen präsentiert wurde, um alle in den Planungsprozess einzubinden.

Idee und Planung:
Christian Kiehtreiber
Bauaufsicht: Martin Lichtenauer

 

„Ich hoffe, Ihnen gefällt die Neugestaltung des Kirchenplatzes. Am auffälligsten ist wahrscheinlich die neue Stiegenanlage mit dem Glasdach. Oder fällt zuerst auf, dass keine Autos den Platz verstellen? Vielleicht aber haben Sie sich schon gefragt, was die unterschiedlichen Muster bedeuten – und deshalb möchte ich kurz die Idee hinter dieser Gestaltung erläutern. Meine erste Idee war: ich möchte einen Kommunikationsraum – weil ich es äußert lästig fand, wenn ich nach der Messe mit Freunden und Bekannten plaudern wollte, und dauernd von wegfahrenden Autos aus dem Gespräch gerissen wurde. Außerdem sah ich, dass herumlaufende Kinder von den Fahrzeugen gefährdet waren. Dann kam die Idee eines Liedes – ins Wasser fällt ein Stein und zieht doch weite Kreise . . . – und so ließ ich die Kirche, das Pfarrheim, den Friedhof, die Sakristei und das Schloss Kreise ziehen. In der Mitte – zwischen Pfarrhof und Kirche – entstand ein Labyrinth. Wenn Sie den Weg des Labyrinths nachgehen, kommen Sie zu einem Baum (Lederhülsenbaum). Da dieser Platz früher einmal ein Friedhof war und quasi aus diesem Friedhof jetzt ein Baum wächst, kann man den Auferstehungsgedanken dahinter erkennen. Das Labyrinth soll zeigen, dass diese Auferstehung unser Ziel ist, wenn wir manchmal auch erst auf Abwegen dorthin kommen. Das Muster um die Kirche herum ist wellenförmig, weil ja ein Stein, der ins Wasser fällt, auch Wellen erzeugt. Dieses Muster wiederholt sich auch in anderen Segmenten des Platzes. Die Sakristei und der Friedhof senden Strahlen aus, einer Sonne gleich. Der Haupteingang zur Kirche ist durch einen neuen Kreisbogen mit einem Schuppenmuster betont. Diese Pflasterung wurde mit Beton verschlämmt, so dass weniger Schmutz in die Kirche getragen wird und Damen mit Stöckelschuhen bequemer gehen können. Einen zusätzlichen Akzent erhält das Eingangsportal durch Boden-Orientierungsleuchten. Die Bänke, die entlang des Kreises, der von der Kirche ausgeht, aufgestellt sind, laden Sie zum Verweilen ein, aber bilden gemeinsam mit Bollern die notwendige Barriere, dass aus dem Kirchenplatz nicht wieder ein Parkplatz wird.“ Christian Kiehtreiber (Pfarrgemeinde Oberaspang)

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