Broschüre „NÖ gestalten“, Ausgabe 111

 

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„NÖ gestalten“

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Passivhaus in Klosterneuburg

Passivhaus in Klosterneuburg

Passivhaus in Klosterneuburg

 

Passivhaus
in Klosterneuburg

Die beiden Bauherren aus Klosterneuburg wollten ein Passivhaus bauen. Nicht nur der Aufwand für Errichtung, Beheizung und Warmwasser sollte nachhaltig minimiert werden, sondern auch der zukünftige Flächenbedarf einer größer und wieder kleiner werdenden Familie. Das heißt, der Grundriss wurde so angelegt, dass das Haus im Bedarfsfall teilbar und durch zwei von einander unabhängige Eingänge erschließbar ist.

Ein Passivhaus ist auf ausreichende Dämmung, den Wärmeeintrag der Sonne und die inneren Wärmequellen angewiesen. Die grundsätzliche Orientierung der Wohnräume nach Süden und der Nebenräume nach den anderen Himmelsrichtungen ergibt sich zwangsläufig aus diesem Ansatz. Der Heizungs- und der Warmwasserbedarf des Gebäudes wird durch ein Wohnraumlüftungsgerät mit vorgeschaltetem Frischluftbrunnen gedeckt, die Frischluftqualität Tag und Nacht garantiert.

Die Warmwasseraufbereitung erfolgt mittels Wärmepumpe, die ihren Energiebedarf aus dem Fortluftstrom der Nacht bezieht.
Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit, auch mittels Fenster quer zu lüften, aber es hat sich gezeigt, dass die Lüftungsanlage sogar im Sommer betrieben wird, da eine Ungezieferfreiheit und Kühlung des Hauses ermöglicht wird. Regenwasser wird als Nutzwasser in einer Zisterne mit 6.000 Liter gesammelt.

Zur Vermeidung einer Überhitzung im Sommer wurde ein begehbarer Sonnenschutz in Form eines Balkons, ein Vordach und ein Rankgerüst errichtet, um einerseits den Energieeintrag der steil einfallenden Sommersonne zu verhindern und andererseits den der flachen Wintersonne zu ermöglichen.

Durch geringe Umbaumaßnahmen kann das Haus einer verändernden Familienstruktur angepasst werden. Die dazu zusätzlich nötigen Installationsleitungen wurden bereits für diesen Fall verlegt.

Mit dem Erdaushub für den Keller wurde die Gartenfläche so modelliert, dass der Zugang zum Haus (nur von Süden möglich) auf dem bestehenden Hangniveau verblieb. Die Gartenfläche wurde aufgeschüttet, damit sich durch den Niveauunterschied eine Trennung von halböffentlichem und privatem Bereich ergibt. Zudem ist dadurch die eigene Grundgrenze von der Terrasse aus nicht mehr einsehbar.

Die Planung erfolgte durch die Architekten Romstorfer/Reich, 1160 Wien.

 

Stichwort: Frischluftbrunnen
Unter „Frischluftbrunnen“ versteht man ein Rohr, mit dem Außenluft ansaugt wird. Das Rohr muss eine Länge von etwa 35 m haben und in zwei Metern Tiefe im Erdboden verlegt sein. Dort hat es das ganze Jahr über eine gleichmäßige Temperatur von rund 8 Grad. Dadurch tritt folgender Effekt auf: Im Winter erwärmt sich die Luft, wenn sie durch das Rohr streicht, im Sommer wird sie abgekühlt. Ein unschätzbarer Vorteil für eine energiesparende Wohnraumlüftung. Übrigens: Dieses Rohr muss mit Gefälle und Putzöffnungen verlegt werden, damit es einmal jährlich durchgespült werden kann.

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