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Dachgeschoßausbau
in Zeiselmauer
Umgebaut und aufgestockt wurde dieses Haus
in Zeiselmauer (Bezirk Tulln).
Lesen Sie hier eine detaillierte Beschreibung der Eigentümer (Familie
Niedl).
Bestand
Einfamilienhaus,
gegliedert in einen älteren Haupttrakt (vor 1900), bestehend aus
4 hintereinander angeordneten Zimmern, und einen Vorbau, (1926) bestehend
aus Vorraum und Nassräumen.
Die Außenwände
bestehen aus 50 cm Vollziegelmauern. Der Haupttrakt ist mit einer Dippelbaumdecke
versehen, auf der sich ca. 35 cm Schutzbeton befindet. Darüber
liegt der Holzdachstuhl mit Eternitdachplatten.
Ein kleiner
Keller befindet sich unter dem östlichsten Zimmer des Hauses. Ein
unbeheizter Abstellraum liegt im Norden des Hauses.
Das ganze
Haus wurde schon vor 10 Jahren innen renoviert und hat ein angenehmes
Wohnklima. Die Inneneinrichtung und Wandverkleidung ist hauptsächlich
in Holz gehalten. Durch die ebenerdige Anordnung des Hauses besteht
ein starker Bezug zum Garten, der allerdings mit einer Gesamtfläche
von ca. 300 m2 sehr klein ist.
Ziel
Es sollte
ein Dachgeschoßausbau des Hauses erfolgen, der für 5 Personen
(Eltern, Tochter im Teenageralter, 2 Kleinkinder) genug Platz und Stauraum
bietet. Dabei sollen aber keine unnötig großen Flächen
verbraucht werden, um die Baukosten im Rahmen zu halten.
Der Bezug
zum Garten soll weiterhin stark sein.
Im Dachgeschoß
sollen die Schlafräume liegen.
Die größere
Tochter soll einen größeren Bereich für ihren Freiraum
bekommen.
Ein Arbeitsraum
soll zusätzlich geschaffen werden.
Der schon
vor 10 Jahren renovierte Bestand soll möglichst wenig beschädigt
werden.
Thermische
Sanierung des gesamten Hauses.
Umsetzung Raumkonzept
(offener Erschließungsbereich, Terrasse)
Nach langen
Überlegungen wurde statt eines Gaupendachausbaues die Variante
Pultdach gewählt, da damit der Raumbedarf und die Verbindungswege
einfacher zu erfüllen waren. Dafür wurde nur der Hauptteil
des Hauses überbaut, Vorbau und Nebenraum wurde lediglich mit einer
Terrasse überbaut.
Die Terrassenbrüstung
besteht teilweise aus Glas, um den Gartenbezug zu verstärken, teilweise
aus enger Holzlattung als Sichtschutz.
Im Dachgeschoß
erschließt eine offene Galerie den Zugang in folgende Räume:
- nördlich: Schlafzimmer, freier Sitzbereich mit Terrassenzugang
- südlich: Jugendzimmer, Bad, Kinderzimmer
Die Terrasse
bietet einen größeren sonnigen Platz, einen Balkon, der alle
nördlichen Räume miteinander verbindet, und einen überdachten
Sitzbereich.
Im Erdgeschoß
wurden kaum bauliche Veränderungen durchgeführt. Die alte
Dippelbaumdecke wurde erhalten, für den Dachgeschoßaufbau
wurde eine neue Tramdecke auf die mit einem Stahlbetonrost abgeschlossenen
Ziegelmauern aufgelegt. In dem Raum, in dem eine Treppe ins neue Dachgeschoß
errichtet wurde, ist diese Tramdecke sichtbar.
Der Arbeitsraum
wurde aus dem alten Kinderzimmer im Erdgeschoß realisiert.
Technisches Konzept
(Lehmputz, Wandheizung, Gründach)
Die neu errichteten
Wände sind als Holzriegelkonstruktion mit 18 cm eingeblasener Zellulosedämmung
hergestellt. Die Wandbeplankung besteht innen aus OSB-Platten, die auch
gleichzeitig als Dampfsperre wirken, außen mit diffusionsoffenen
Weichfaserplatten. Die Innenwände sind als Holzdoppelständerwände
mit beidseitiger OSB-Beplankung ausgebildet.
Die Holzwände
sind innen mit 24 cm Lehmputz verputzt, als Putzträger wurden
Schilfmatten verwendet.
Das 6°
geneigte Pultdach enthält 28 cm eingeblasene Zellulosedämmung,
8 cm Hinterlüftung und oben einen flachen Gründachaufbau.
Dieser besteht aus 8 cm Substrat, bestehend aus einem Gemisch aus Leca,
Ziegelsplit und Erde, die Bepflanzung ist Sedum, ein genügsames
flach ausbreitendes dickblättriges Bodengewächs.
Die Außenfassade
ist nördlich im Balkonbereich aus gestrichenem Lärchenholz,
südlich teilweise aus unbehandeltem Lärchenholz und teilweise
als Putzfassade ausgebildet. Die Putzfassade besteht aus Silikonharzputz
direkt auf Weichfaserplatten als Putzträger.
Die alten
Ziegelwände im Erdgeschoß wurden mit einer 9 cm Wärmeschutzfassade
isoliert, wobei 5 cm Steinwolle und 4 cm verputzte Weichfaserplatte
verwendet wurden.
Zur thermischen
Sanierung wurden die alten Kunststofffenster durch Holz-Alu-Fenster
ersetzt. Das neu errichtet Dachgeschoß ist ebenfalls mit Holz-Alu-Fenstern
ausgestattet.
Die Heizung
wurde durch eine Brennwerttherme modernisiert. Im Dachgeschoß
wurde eine Wandheizung im Lehmputz verlegt. Der Gesamtenergieverbrauch
ist trotz fast verdoppelter Wohnfläche durch die Energiesparmaßnahmen
deutlich gesunken.
Zusammenfassung
Aus einem alt und klein wirkenden Häuschen wurde ein ausreichend
großes Familienwohnhaus aus baubiologisch hochwertigen Materialien
in modernem Design. Die Wohnqualität und das Raumangebot erfüllen
alle Wünsche, die die Nutzer an das Haus gestellt haben. Trotz
kleinstem Gartengrundstück konnte eine Wohnoase mit viel Naturbezug
geschaffen werden.
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