Broschüre „NÖ gestalten“, Ausgabe 114

 

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„NÖ gestalten“

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Hohlwege sind einzigartige Juwele in unserer Landschaft

Das Weinviertel war einst der Rand eines großen Meeres und es wurde viel Meeressand abgelagert. Durch Auswaschungen und Befahren von Pferdefuhrwerken entstanden Gräben, die immer tiefer wurden. Sie waren die Verbindungswege zwischen den Ortschaften. Leider wurden sie nicht mehr gepflegt und sogar zugeschüttet, da sie angeblich für die heutigen Fuhrwerke zu schmal sind. Die NÖ Landesregierung rief zu einer Bestandsaufnahme aller noch vorhandenen Hohlwege auf. Sie sind typisch für unsere Kulturlandschaft und unter Schutz zu stellen.

Unterstinkenbrunn war die erste Gemeinde mit einem Hohlwegfest, bei dem der Landeshauptmann persönlich die Hohlwegschutztafel aufstellte. Das nächste Jahr folgte dann Langenlois. Der Wanderweg durch die Hohlwege und Weingärten ist im Sommer schön kühl und im Herbst besonders reizvoll. In den oft 3 Meter tiefen Hohlwegen hängen die Sträucher, meist Holler, und Bäume (Akazien) herein. Viele Tiere finden in den Wandlöchern Unterschlupf.
Viele Orte werden sich erst jetzt der Bedeutung der Hohlwege bewußt und markieren ihre Wanderwege hindurch. So kann man nur hoffen, dass sie für den Tourismus attraktiv bleiben.
In meinem Wohnort Großebersdorf gibt es zwei besonders schöne Hohlwege, dicht bewachsen am Rand und eingeschnitten in den Löss. Einer sollte zugeschüttet werden, obwohl ein markierter Wanderweg hindurch führt. Ein Hilferuf an die NÖ. Landesregierung, und schon wurde er saniert, er ist ja mein Lieblingsgraben, den ich gerne mit meinem Hund durchwandere.

Gehen Sie selbst auf Entdeckungsreise durch das Weinviertel. Auf einer guten Landkarte (z. B. Österreichische Karte 1:25.000 Nr. 41, 65, 50) kann man die Gräben gut erkennen.
Stellen Sie sich einen schönen Rundweg zusammen. Zuerst geht man durch die romantische Kellergasse vom Ort weg und trifft dann weiter draußen auf die schönen Hohlwege.
Orte wie Schleinbach, Ulrichskirchen, Münichsthal, oder Herrnbaumgarten sind meine Lieblingsgegenden, man muss nicht immer in die Höhen steigen, auch das hüglige Land zeigt seine versteckten Reize.
Inge Scherff,
2203 Großebersdorf

PS: Mit meinem Artikel möchte ich nicht nur Reklame für unsere schönen Hohlwege machen, sondern sie auch in das Bewusstsein der Bevölkerung bringen, damit sie geschützt werden. Sie sind ein Juwel in unserer Landschaft und daher erhaltenswert.

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