Broschüre „NÖ gestalten“, Ausgabe 114

 

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„NÖ gestalten“

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Gestaltungs-
Wettbewerb

Lehm-Passiv-Haus in Tattendorf

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Berichte

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Lehm-Passiv-Haus in Tattendorf

Lehm-Passiv-Haus in Tattendorf

Lehm-Passiv-Haus in Tattendorf

Lehm-Passiv-Haus in Tattendorf

Lehm-Passiv-Haus in Tattendorf

Lehm-Passiv-Haus in Tattendorf
Quaderstock-Lehmziegelwand

Lehm-Passiv-Haus in Tattendorf
Transparente Wärmedämmung

 

 

 

Lehm-Passiv-Haus
als Umwelt- und Wohlfühl-Modell

Das neue Bürohaus des führenden österreichischen Spezialisten für Lehmbautechnik wurde als Lehm-Passivhaus aus vorgefertigten Modulen in Tattendorf bei Baden errichtet. Zugleich dient es als Prototyp einer Lehm-Passivhaus-Bauteilefertigung. Hauptziel des Projekts „Lehm-Passivhaus Tattendorf“ ist, zur Entwicklung wirklich konsequent „nachhaltiger“ Passivhaus-Technologie beizutragen. Die Baumodule wurden in Dobersberg im NÖ Waldviertel gefertigt.

Das Bauvorhaben in Tattendorf
Das gewählte Passivhaus-Konzept für das Bürohaus Tattendorf integriert erstmals alle Forderungen des Prinzips der (starken) Nachhaltigkeit und der Baubiologie in ein kommerzielles Passivhaus-Bauvorhaben und setzt so einen neuen Stand der Technik. Es wurde von der Österreichischen Forschungsförderungs-Gesellschaft (FFG) als „Haus der Zukunft“-Projekt gefördert.

Die Planung erfolgte gemeinsam mit Arch. Georg W. Reinberg (Wien) sowie einer Reihe von Fachleuten aus verschiedensten Fachgebieten.
Das integrierte Gesamtkonzept dieses Baues ist hier mehr als nur ein viel strapaziertes Schlagwort. Zum Beispiel wurde mit Fachleuten die Planung abgestimmt, um eine Förderung der Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen durch den Bau des Hauses zu erreichen (z. B. mit Grasdach), anstatt der üblichen gedankenlosen Vernichtung von Lebensräumen durch die Bebauung.

Innovationen des Lehm-Passivhauses
Die stärkere Wärmedämmung selbst ist kostengünstiger als bei „konventionellen“ Passivhäusern. Denn diese kann hier mit dem nachwachsenden Dämmstoff Stroh erfolgen. Stroh ist der mit Abstand kostengünstigste Dämmstoff überhaupt, ist aber zugleich auch der bautechnisch am schwierigsten beherrschbare. Die Anwendung von Stroh in konventionellen Wandaufbauten kann in der Praxis mit hohem Bauschadensrisiko verbunden sein. Daher blieb bisher dieses interessante Potential kommerziell fast ungenutzt. Eine neuentwickelte Lehm-Vliestechnik ersetzt die üblichen technischen Dampfbremsfolien. Dadurch wird ein völlig neuartiger luftdichter aber trotzdem diffusionsoffener lehmbautechnischer Aufbau der Gebäudehülle möglich.

Standardisierung
Mit dem standardisierten „Lehm-Passivhaus-Bausystem“ ist es in der Serie möglich, Einfamilien- und Reihenhäuser zu üblichen Baukosten von Passivhäusern zu produzieren. Als Zusatznutzen bekommt der Konsument sein Haus in kompromissloser baubiologischer Qualität, anstatt aus sondermüllträchtigen Verbund-Baumaterialien.

Alle Lehm-Innen- und Außenoberflächen sind frei von bauchemischen Zusätzen und sind auch frei von Kalk-, Gips- oder Zementstabilisierung. Als echte Lehmbaustoffe werden sie nur mit Hilfe von Hanffasern und anderen pflanzlichen Fasern biotechnisch stabilisiert.
Dadurch bleibt der vielfältige positive Einfluß von natürlichem Lehm auf das Raumklima ungestört erhalten. Das ermöglicht ein unerreichtes Maximum an spürbarem Wohnkomfort und Gesundheit.

Vorfertigung
Durch die vollständige Trocknung der Lehmbaustoffe in der Vorfertigung ist das Gebäude ein echter Trockenbau, der bereits wenige Tage nach Fertigstellung problemlos beziehbar wäre. Aus der Kombination des sehr gut wärmegedämmten Leichtbaus mit Lehm als schwerer, gut wärmeleitender Speichermasse ergibt sich ein Konzept, das die Vorteile von Leicht- und Massivbau vereint.

Zudem handelt es sich bei diesem Lehm-Passivhaus um eine praktisch abfallfreie Bautechnik, d. h. steigende Entsorgungskosten sind für den künftigen Besitzer noch weniger relevant als die Entwicklung der Energiekosten. Alle wesentlichen Gebäudebestandteile sind entweder wiederverwendbar, recyclebar oder kompostierbar. Die Klimabilanz solcher Gebäude ist sogar positiv: durch das nachwachsende Baumaterial (Holz, Stroh, Hanf) wird mehr CO2 dauerhaft gebunden als durch die Errichtung frei wird.

Quantitative ökologische Bewertungen
Als einziges aller geprüften Gebäude erzielte das Haus die Idealnote des Ökoindex OI3 und weiters die bisher beste Total Quality (TQ) Bewertung eines Hauses in Österreich.
Das Bausystem „Lehm-Passivhaus“ wurde im September 2006 auch mit dem R.I.O-Award ausgezeichnet, einem internationalen Anerkennungspreis für bahnbrechende Innovationen, die sich durch besonders intelligenten und effizienten Umgang mit Rohstoffen auszeichnen.

Nähere Info auch unter www.lehm.at

 

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