Broschüre „NÖ gestalten“,
Ausgabe 119 (März 2008)

 

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„NÖ gestalten“

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Alte Häuser sanieren:

 

 

Wärmedämmung bei alten Häusern . . .

 

Die größten Sünden
beim Sanieren alter Häuser

Bei Sanierungen und kleineren Umbauten, die man in Eigenregie durchführt, passieren bisweilen Fehler, die schwerste Schäden an der Bausubstanz anrichten oder die Qualität des Altbaus vernichten können.

Richtige Materialien
Der Hauptfehler bei der Sanierung alter Häuser (besonders solcher, die vor 1900 errichtet wurden), ist die Wahl des falschen Materials.
Auf diesen Baustellen hat beispielsweise Zement absolut nichts zu suchen. Häuser wurden früher ohne Zement (bis auf ganz wenige Ausnahmen) errichtet, und daher sollte man auch mit den damals verwendeten Materialien (Kalk, Trasskalk) arbeiten. Zement würde eine starre und sperrende Schicht darstellen, die sich mit der Elastizität der vorhandenen Substanz nicht verträgt. Risse sind noch der geringste Schaden, der auftritt.

Trasskalk gibt es übrigens wie jeden anderen Putz im Baustoffmarkt. Gezieltes Nachfragen beim Verkäufer lohnt sich alle Mal. Gips ist nicht nur in Feuchträumen, sondern auch in alten Häusern, z. B. zur Befestigung von Leitungen, Elektrodosen etc., absolut tabu.

Kastenfenster erhalten
Wer das Glück hat, alte Kastenfenster zu besitzen, der sollte sich bemühen, sie zu erhalten. Die Aussagen so mancher Fensterverkäufer, sie seien kaputt und nicht mehr sanierbar, sind leider in vielen Fällen falsch. Ein guter Tischler kann kaputte Flügel reparieren oder ersetzen sowie Beschläge austauschen, da in der Mehrzahl der Fälle die Stöcke kaum defekt sind.

Die Sanierung kostet einen Bruchteil neuer Fenster und gleichzeitig hat man ein wesentliches Gestaltungselement des Hauses erhalten. Und punkto Wärmedämmung und Schallschutz sind Kastenfenster wesentlich besser, als allgemein angenommen (und von Fenstervertretern behauptet) wird. Kastenfenster bieten bauphysikalische Vorteile durch den breiten Fensterstock, der Kältebrücken vermeiden hilft.

Charme erhalten
Die kleinen Ungenauigkeiten, die durch Handarbeit entstehen, bestimmen maßgeblich den Charme der alten Häuser. Der Putz wurde früher mit der Kelle aufgetragen, und zwar der Kontur der Wand folgend. Vermisst man alte Häuser, erkennt man, dass meist nach Augenmaß gebaut wurde und mehr in Proportionen als mit dem Maßstab gedacht wurde. ,

Feuchte Wände
Ein altes Haus ist kein Neubau, daher „kann“ es einige Dinge nicht, hat dafür aber wieder andere Vorteile. Ein Vorteil ist beispielsweise ein gutes Raumklima mit der richtigen Luftfeuchtigkeit (40 bis 60%, während in Neubauten meist nur 30% vorhanden sind).

Wenn die Mauern allerdings feucht sind, kann dies viele Ursachen haben. Meist ist nicht nur das „alte Baumaterial“ schuld, sondern Fehler im Ausbau. Abhilfe schafft man, indem man Dach und Dachrinne kontrolliert bzw. eine Rinne mit dem entsprechenden Abfluss montiert. Ist dies in Ordnung, könnte ein falscher Außenputz (sperrende Schicht durch einen Zementputz), der die Feuchtigkeit nicht abdampfen lässt, vorhanden sein.

Oft sind auch nachträgliche Innen-Ausbauten Schuld an den nassen Flecken: durch sperrenden Schichten wie Zementestrich, Plastikböden, Resopalverkleidungen etc. wird Feuchtigkeit, die früher in den Raum ablüften konnte (und dadurch für die optimale Luftfeuchtigkeit gesorgt hat), in der Wand gehalten.

Übrigens: Wände mit weißen Ausblühungen (Saliter) werden auch feucht, wenn die Luftfeuchte im Raum steigt, selbst wenn kein Wasser mehr von unten nachkommt.

Wärmedämmung
Die wichtigste Maßnahme in der Altbausanierung ist die Dämmung der obersten Geschossdecke.
Mindestens 20 cm Dämmmaterial auf den Dachboden gelegt, verringert den Energieverbrauch deutlich – eine Maßnahme, die wenig kostet und sich innerhalb weniger Jahre rechnet.

Eine Dampfbremse gehört übrigens unterhalb der Wärmedämmung aufgebracht. Keinesfalls darf die Wärmedämmung mit einer Plastikfolie oben zugedeckt werden. Sie würde binnen kurzem durchnässt und somit wirkungslos sein.

Drainage
Eine der Lieblingsbeschäftigungen von Heimwerkern beim Sanieren feuchter Wände ist das Vergraben von Plastikrohren, auch Drainageschläuche genannt.

Abgesehen davon, dass sie oft völlig falsch verlegt werden (zu wenig Gefälle, keine Putzöffnungen, keine geeignete Filterschicht gegen den Eintrag von Feinsedimenten etc.), werden dafür gerne jene Schläuche verwendet, die für die Flächendrainage in der Landwirtschaft erzeugt wurden. Sie garantieren, dass das Fundament des Hauses optimal bewässert wird.

Daher: Fachleute fragen, wie es richtig geht. Wussten Sie, dass eine Drainage nur in etwa zwei von hundert Fällen notwendig ist? Oberflächenwasser, das bei Gewitter über einen Hang zum Haus rinnt, gehört genauso wie unterirdische Wasserläufe und Quellen in größerer Entfernung oberhalb des Hauses abgeleitet.

Mehr Information bei den Seminaren der NÖ Gestaltungsakademie sowie im Rahmen unserer Bauberatung.

 

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