Broschüre „NÖ gestalten“,
Ausgabe 120 (Juni 2008)

 

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Zu- und Umbau in Ruprechtshofen

Zu- und Umbau in Ruprechtshofen

Zu- und Umbau in Ruprechtshofen

Fotos: Microtronics

 

 

Ruprechtshofen:
Arbeitsplatz mit „Wohnklima“

Der neue Firmenstandort einer Elektronikfirma in Ruprechtshofen (Bezirk Melk) umfasst im Endausbau ca. 920 m² Nutzfläche auf zwei Etagen. Großzügige Fensterflächen, ein begehbarer Innenhof und natürliche Baumaterialien bieten einen angenehmen Kontrast zu Technik und Elektrosmog.

Über das in mehrerer Hinsicht ungewöhnliche Gebäude schreibt der Firmenchef:

„Das Bauwerk ist großteils in Vollholzbauweise errichtet. Dazu haben wir uns für ein patentiertes Holzbausystem entschieden. Im Innenbereich kombiniert mit Lehmputz, unter dem sich eine Wandheizung versteckt, ergibt sich ein optimaler Ausgleich zu der vielen Elektronik, die hier entwickelt und gefertigt wird.

Selten findet man heute auch noch eine Dippelbaumdecke, wie sie hier zwischen EG und OG eingebaut wurde.

Selbst bei Details wie den Fensteranschlüssen wurde auf biologische Bauweise geachtet. So sind letztere nicht nur winddicht ausgeführt, sondern anstelle des gängigen PU-Schaums sogar mit Schafwolle gestopft.

Die Fenster sind in Holz-Alu mit 3-Scheiben-Isolierverglasung ausgeführt. Die Außenhaut ist unbehandeltes Lärchenholz. Das hinterlüftete Blechdach ist mit Zellulose gedämmt.

Bauzeit
Die Planungsphase und Ausschreibung der Erd- und Baumeisterarbeiten war auf dreieinhalb Monate beschränkt. Alle weiteren Ausschreibungen erfolgten parallel zur Bauausführung – just in time.
Das Gebäude konnte bereits 5 Monate nach dem Beginn der Aushubarbeiten operativ genutzt werden.

Dies war nur durch kompromisslose Optimierung des Bauzeitplanes möglich. Die Außenwände im Obergeschoß wurden aufgrund unerwartet langer Produktionszeiten erst nach (!) dem Dach eingebaut. Die Trocknungszeiten des Lehmputzes wurden genutzt, um zwischenzeitlich Installationen und den Estrich zu verlegen. Und während der Übersiedelung des Unternehmens Ende Juli 2007 waren noch die Zimmermänner am Dach. Die Blechdachdeckung erfolgte erst zwei Wochen nachdem das Gebäude bereits voll genutzt wurde.

Anmerkung
Bei der Errichtung des neuen Firmenstandortes waren aus unserer Sicht mehrere Kriterien ausschlaggebend. Zum einen sollte das Bauwerk zum Unternehmensgegenstand passen. Zum anderen musste aufgrund des raschen Unternehmenswachstums das neue Objekt binnen weniger Monate bezugsfertig sein. Dass bei einem jungen Unternehmen über alledem auch ein strikter Kostenrahmen eingehalten werden muss, versteht sich fast von selbst.

Ach ja – und da waren noch die baubiologisch vorbelasteten Entscheidungsträger im Unternehmen sowie die gnadenlos der Ökologie verschriebenen Planer. All diese Aspekte unter einen Hut – bzw. ein Dach – zu bringen war keineswegs einfach und nur durch die an Selbstauflösung grenzende Mitwirkung aller Beteiligten möglich.

Geschwungene Außenwände sind an sich ungewöhnlich, jedoch kombiniert mit einem schräg verlaufenden Dach ergibt dies höchst interessante dreidimensionale Schnitte.
Nach einem halben Jahr Nutzung können wir ohne Zweifel festhalten, dass das Arbeitsklima in diesem Vollholzbauwerk eher die Auszeichnung „Wohnklima“ verdienen würde. Und so mancher Mitarbeiter bleibt gerne einmal etwas länger – aber das ist bekanntlich eine andere Geschichte.“

Daten zum Gebäude
Bauzeit: 6 Monate
Nutzfläche: 2 Geschoße mit insgesamt 920 m2
Bauform: kreisförmiger Grundriss
(28 m Durchmesser) mit 3 nach außen und 3 nach innen gebogenen Segmenten
Innenhof sechseckig für Sonnenlicht
im ganzen Haus
Flaches Kreuzdach, 2 Vorbauten im EG
Energiekennzahl: 70 im EG, 50 im OG
Planer: Firma Ganaus, 3241 Kirnberg
Bauherr: Microtronics, Ruprechtshofen nähere Info auf www.microtronics.at

 

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