Broschüre „NÖ gestalten“,
Ausgabe 123 (März 2009)

 

Broschüre

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„NÖ gestalten“

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Allentsteig

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Fotos: Architekt Macho

 

Allentsteig: Neues
Wohnen für Jugendliche

Die Freigruppe des Landesjugend-
heimes in Allentsteig (Bezirk Zwettl) wurde generalsaniert.

Ziel des Umbaues war die Errichtung einer Wohngruppe für Jugendliche mit schwierigen Familienverhältnissen, die die Pflichtschule absolviert haben und entweder noch Schüler sind oder bereits in den Arbeitsprozess eingebunden wurden.

Die Anforderungen an eine solche Wohneinheit sind einerseits die ständige Betreuung durch Erzieher und andererseits die langsame Loslösung der Jugendlichen aus dem Heimbetrieb. Dies soll durch die Situierung der Wohngruppe außerhalb des eigentlichen Jugendheimes in einem eigenen Gebäude und durch die erzieherische Hinführung der Jugendlichen zu einem selbständigen Wohnen und letztlich Leben erfolgen.

Räumlich wird dies durch einen großen zusammenhängenden Wohnbereich mit Zonen für Garderobe, Essen, Küche sowie Gemeinschaftsbereiche, durch Errichtung einer Waschküche und der eigentlichen Zimmer der Jugendlichen erreicht.

Zentral in der Gruppe liegt das Erzieherzimmer mit Sanitäreinheit und Schlafmöglichkeit. An den Außenseiten sind die Schlafzimmer mit Bad angeordnet.

Die Gebäudestruktur des Altbestandes war für das Wohnen in einer Gruppe völlig ungeeignet. Daher musste die Tragstruktur des Gebäudes zum Teil ausgewechselt werden, um Trakttiefen über die gesamte Gebäudebreite erreichen zu können.
Erst durch diese Maßnahmen konnten Räume entstehen, die Weite und Enge aufweisen: Weite für den „Gemeinschaftsraum“, der offen, hell und dem Garten zugewendet ist, und Enge in den Zimmern, die zum Rückzug in die Privatsphäre vorgesehen sind. Die Bewohner sollen somit angeregt werden, in der Gemeinschaft untereinander zu kommunizieren oder als Einzelperson zu agieren.

Die einzelnen Bereiche des Gemeinschaftsraumes, wie Kochen, Essen, Wohnen usw. gehen fließend ineinander über und sind nicht voneinander abgetrennt. Durch die Lage des Erzieherraumes im Zentrum der Gruppe ist auch dieser in das Leben integriert und kann bei Blick- und Hörkontakt seiner Aufgabe nachkommen. Ergänzt wird der Wohnbereich durch die Gestaltung des Außenraumes mit einer wohnlichen großen Holzterrasse und einem kleinen Teich mit Sitzbereich und Bachlauf. Das Element Wasser wird als Blickfang und beruhigendes Element eingesetzt. Durch den Bachlauf, der neben der Terrasse beginnt, kann dies unmittelbar vom Wohnbereich aus erlebt werden.

Die Planung erfolgte
durch Architekt Macho, 3950 Gmünd;
Außenanlagen: DI Franz Grossauer, 3950 Gmünd.

 

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