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| Broschüre NÖ gestalten,
Ausgabe 124 (Juni 2009) |
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Eine sehenswert schiefe alte Scheune hat Brigitte Margesic aus 3424 Zeiselmauer im Hintaus entdeckt und für uns fotografiert..
Wahre „Schmuckstücke“ im Hintaus, eingesandt von Josef Samuel, Wien.
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Wunderwelt Hintaus
Während vorne die „schöne Fassade“ vor allem die Nachbarn beeindrucken soll, bleibt für das wahre Leben im „Hintaus“ gerade noch
Hintaus weckt Kindheitserinnerungen. Über einem verfallenen Kellergewölbe gab es die große „Hollerstau’n“, einen riesigen, alten Fliederstrauch, der innen schon abgestorben war. Die neuen Triebe außen bildeten einen dichten Wall, sodass sich eine Art Höhle gebildet hatte. Da drinnen spielten wir „Vater, Mutter, Kind“ und auch „Doktor“. Hier waren wir unbeobachtet von den Erwachsenen, wagten es, unsere Fantasien auszudrücken, anders zu sein, als es der ländliche Alltag von braven Kindern verlangte. Hintaus durften auch die Hühner frei herumlaufen und auch sie liebten unser Kellerbergl. In der trockenen, lockeren Erde konnten sie ihre Staubbäder nehmen, „posln“ haben wir das genannt. Und ich glaube nicht, dass uns der „Headreck“ auf unseren nackten Füßen besonders gestört hat. Im Frühjahr schoss das Schmelzwasser den unbefestigten Hintausweg hinab und wir ließen Holzstückchen, Nussschalen und Papierschifferl schwimmen. Über den Hintausweg schlichen auch die Erwachsenen mit ihren Heimlichkeiten, verheiratete Männer zu alleinstehenden Frauen, Leute, die sich an fremden Obstbäumen vergriffen hatten mit ihrem „Zögerl“, und wenn hintaus eine Henne abhanden kam, war nicht immer der Fuchs der Übeltäter. Sind es nur die Erinnerungen, die uns heute das Hintaus so reizvoll erscheinen lassen. Oder steckt vielleicht auch der Wunsch dahinter, der Perfektion einmal zu entfliehen, sich gehen lassen zu dürfen und nur zu genießen? Erlauben wir es uns doch gelegentlich!
Ribiseln und
wilde Erdbeeren Man kam oft zum Mittagessen zu spät, da es so viel zu entdecken gab. Wir bastelten aus Kukuruz-Zapfen Tiere, spielten Verstecken und nebenbei wurde der kleine Hunger mit Birnen, Äpfeln, Zwetschken und Ribiseln gestillt. Besonders gut schmeckten die wilden Erdbeeren von der Leitn (G’stettn). Begleitet wurden wir immer von unserer Hauskatze, die unsere kleine Gruppe vervollständigte. In der Nähe befand sich auch eine Lehmgrube, wo wilde Sträucher wuchsen, auf deren „Lianen“ wir uns schwangen wie Tarzan. Ich bin froh, noch eine so natürliche Kindheit erlebt haben zu dürfen. Mein Hintaus war in Getzersdorf bei Traismauer, das Hintaus meines Mannes in Ratzersdorf bei St. Pölten.
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