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KW „Tiere im Ort“
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3109 St. Pölten
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Tierhaltung im Ort –
Freude oder Belästigung?
In Ausgabe 124 brachten wir einen Beitrag
von Gudrun Kurz, der sich mit der Problematik
der Tierhaltung im Ort beschäftigt.
Ich finde es komisch, dass die Zugezogenen (Städter) von den alt Eingesessenen verlangen, alles, was sie an Tieren haben, abzuschaffen. Tiere gehören nun einmal zum Landleben – und stinken tun manche Menschen auch.
Inge Schreiber
2320 Schwechat
Tiere im Ort sind durchaus zu begrüßen!
Es hat sich bei uns im Ort ein Zuagroaster ein paar Henderln angeschafft. Natürlich, ganz wie es sich gehört, mit Hahn.
Der jedoch musste wieder abgeschafft werden, weil sich ein Einheimischer von seinem Gekrähe gestört fühlte. Gedroht wurde mit: „Mei Frau is bei da BH!“
Es gab eine Zeit, da ließ der Gute, von Beruf Buschauffeur, seinen Bus in aller Herrgottsfrüh vor seinem Haus „warmlaufen“. Ob das leiser war, als das Krähen des kleinen Hahns, ist zu bezweifeln, geruchsarm war’s bestimmt nicht. Nachbarn haben deswegen ihr Schlafzimmer in einen anderen Raum verlegt.
Aber das hatte der Herr, als er die Abschaffung des Hahns forderte, bestimmt schon vergessen.
Ch. Prasser,
per mail
Kleintierhaltung (Hund, Katze etc.) in Haus und Wohnung sind eine große Bereicherung, nicht nur für Kinder. Außerhalb der Ballungsräume ist auch die Großtierhaltung bewährte Tradition – allerdings in genau diesem Rahmen!
Wenn der Nachbar 5 Hühner einstellt, um frische Eier zu haben, so wird man dagegen nichts einwenden können. Wenn ein Großstall mit 50 Hühnern eröffnet wird, ist die Belastung für die Anrainer wohl unzumutbar.
Drei Pferde im Hinterland werden auch nicht stören, zwei Reitställe in 300m Entfernung können schon ein Problem werden. Unzumutbar wird die Reiterei aber, wenn auch im Wald geritten wird, sodass die Wege unbegehbar werden, oder außerhalb der Wege, was zur Schädigung des Waldes führt (Wurzeln!).
MMag.DDr. Josef Zemanek
Markersdorf/N. und Wien
Ich wohne seit meiner Geburt vor mehr als 53 Jahren am Land, lebte bis zu meinen Umzug 1983 in mein eigenes Haus auf dem elterlichen Bauernhof.
Seit 1998 habe ich die Ehre, als neue Nachbarn eine Wiener Familie zu „erleben“. Ich musste es erdulden, dass die Nachbarschaft Ziegen, Gänse, Enten, Schafe, Hühner in großzügiger Menge auf ihrem Hof etablierte.
Ihnen war egal, dass die drei Hähne schon ab 3.30 Uhr in Abständen von 15 Sekunden zu krähen begannen und dass wir dadurch aus dem besten Schlaf gerissen wurden.
Ihnen war egal, dass sich dadurch die Fliegenplage innerhalb weniger Monate vervielfacht hat – einfach toll, wenn man im Garten nach einem längeren Bürotag etwas Ruhe sucht und sich mit den Fliegen umherschlagen muss.
Walter Steurer,
per mail
Tierhaltung als Freude oder Belästigung – diese Frage steht weitgehend mit Beiträgen in Zusammenhang, die auch unter dem Schlagwort „Zuagroast“ bereits veröffentlicht wurden.
Generell ist dazu zu sagen, dass der Mensch fast alles als normal empfindet, womit er aufgewachsen und an das er gewöhnt ist. So wird kaum ein Landwirt das Krähen des Hahns oder den „ländlichen Duft“ eines Misthaufens als Belästigung empfinden, genauso wenig wie der Bewohner einer Großstadt den Straßenlärm als anormal empfindet. Kurzum, derjenige, der neben Tieren im Ort aufgewachsen ist, wird die Tierhaltung wahrscheinlich weder als Freude noch als Belästigung empfinden, sondern ganz einfach als normal und zu seiner Umgebung passend.
Anders sieht die Sache bei jenen Menschen aus, die sich erst zu einem späteren Zeitpunkt an einem Ort mit benachbarter Tierhaltung niedergelassen haben. In diesem Falle hängt die Beantwortung dieser Frage von der subjektiven Einstellung der jeweiligen Person ab und ist daher nicht allgemein zu beantworten.
Meiner Meinung nach gehört Tierhaltung ganz einfach zum Leben im ländlichen Bereich dazu und ich empfinde es daher weder als Freude und schon gar nicht als Belästigung, sondern ganz einfach als Bestandteil meines Lebensraumes.
Manfred Kuzel,
3714 Sitzendorf/Schmida
In der nächsten Ausgabe bringen wir einen Beitrag
zur rechtlichen Seite der Tierhaltung in bewohnten Gebieten.
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