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| Broschüre NÖ gestalten,
Ausgabe 125 (August 2009) |
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Gestaltungs-
Architektur NÖ
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Zeige mir dein Haus,
Bewusstsein für
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Respekt und INTERVIEW: Warum LH Dr. Erwin Pröll einen neuen Schritt zur Ortsgestaltung setzt und zu einem kritischen Architektur-Dialog aufruft. Neue Bauformen und eine Vielzahl an Materialien, gestiegene Ansprüche an das Wohnen und ein knapper werdendes Budget: Muss der Häuselbauer heute nicht zwangsweise verwirrt sein? LH Pröll: Die Entscheidungsvielfalt, die man heute beim Bauen hat, sehe ich eher als Herausforderung und weniger als Gefahr. Denn wir haben, ganz anders als früher, die Möglichkeit, so zu bauen, dass die Sonne tief in unsere Räume scheint. Das erwärmt nicht nur das Haus, sondern auch das Gemüt. Und das sollte ja der Sinn eines neu gebauten Hauses sein, nämlich uns ein Mehr an Lebensqualität, ein Mehr an Lebensfreude zu schenken.
Wie vertragen sich Häuser mit Glasfassaden und einem oft strengen Äußeren mit der von Ihnen propagierten Ortsbild-Gestaltung? LH Pröll: Hinsichtlich der Erhaltung wertvoller Baukultur ist es uns gelungen, der Gewalt der Spitzhacke die Macht des Gefühls entgegen zu setzen. Und es wird uns auch beim Neubau gelingen, die Menschen dazu zu bewegen, mit dem Herzen zu denken und zu planen. Denn dann kommen zwei wesentliche Voraussetzungen für gute Ortsbildgestaltung zum Tragen: einerseits Respekt vor unseren Mitmenschen und vor unserer Umwelt, und andererseits Bescheidenheit im Denken und Handeln. Dadurch ergibt sich automatisch eine Gestaltung, die eine zeitgemäße Handschrift trägt, aber dennoch ein harmonisches Miteinander der Häuser ermöglicht.
Stichwort Bescheidenheit: Die Einfamilienhäuser werden immer größer. Ist das in Ihren Augen eine sinnvolle Entwicklung? LH Pröll: Zeig mir dein Haus und ich sage dir, wer du bist. Schaut man sich um im Land, so merkt man, dass der eine oder andere ganz gerne ein Schlossherr wäre. Die Zeit der protzigen Baugestaltung neigt sich ihrem Ende zu, wenn die von mir geforderte Bescheidenheit um sich zu greifen beginnt. Daran müssen wir mit voller Kraft arbeiten. Ein Haus baue ich schließlich für mich und meine Familie, und nicht, um dem Nachbarn zu zeigen, was ich habe oder mir leisten kann. Wir sind ja einerseits die Treuhänder jenes Stein gewordenen kulturellen Gutes, das unsere Großväter mit viel Gefühl geschaffen haben. Und als solche sollten wir andererseits auch in der Lage sein, Bauwerke mit dem Gesicht unserer heutigen Zeit zu schaffen, die es ebenso wert sind, den kommenden Generationen weitergegeben zu werden. Das Bewusstsein für diese Verantwortung und Aufgabe zu schaffen und zu schärfen sehe ich als wichtigste Aufgabe von „NÖ gestalten“.
Sie haben mit „Architektur NÖ“ einen neuen Schritt gesetzt, der sich mit einer heutigen, zeitgemäßen Baugestaltung beschäftigt und zu einem kritischen Dialog aufruft. Liegt hier so viel im Argen? LH Pröll: Es ist eine Unsicherheit zu verspüren. Im Zeitalter von Auto, Internet und Handy müssen unsere Häuser ja zwangsläufig anders aussehen als zu einer Zeit, als die Ernte noch mit dem Pferdewagen heim gebracht wurde. Die Frage ist nur das Wie! Hier wollen wir Beispiele zeigen und den Weg weisen. Und außerdem müssen wir uns noch intensiver mit gewissen Entwicklungen in der nahen und ferneren Zukunft beschäftigen: Themen wie Siedlungsentwicklung, Bodenversiegelung oder ökologisches Bauen müssen noch viel stärker behandelt werden. Hier wartet noch ein gewaltiger Brocken Arbeit auf uns. |
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