Broschüre „NÖ gestalten“,
Ausgabe 126 (November 2009)

 

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„NÖ gestalten“

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ARCHITEKTUR NÖ 
Ein kritischer Dialog

 

 

 

 

Das Dach, ein wesentliches Element zur Gestaltung nicht nur des Hauses

Vor allem bei einem frei stehenden Gebäude hat die Gestaltung des Daches entscheidenden Einfluss auf die Optik.

Schlösser haben hohe, steil aufragende Dächer, um Macht und Dominanz zu zeigen. Aber auch bei der Gestaltung eines Einfamilienhauses bestimmt die Dachform zu einem wesentlichen Teil mit, ob sich das Gebäude mit Bescheidenheit und Respekt in die Umgebung einfügt oder ob es eine optische Sonderstellung beansprucht, die in sensiblen Bereichen (Altbestand) jedoch problematisch sein könnte.

Derzeit tobt ein erbitterter Kampf „Steildach gegen Pultdach“, allerdings meist unter falschen Vorzeichen. Die einen berufen sich auf Bautradition, die anderen auf Energiesparen. Beides ist ebenso falsch wie es – bei korrekter Anwendung – richtig sein könnte: Steil­dächer haben unbestritten Tradition in unseren Breiten, jene „flachen Steildächer“, wie sie in unseren Siedlungen zuhauf vorkommen, haben allerdings keinerlei Tradition, sie sind eher eine Verhöhnung des traditionellen Baubestandes.

Und Pultdächer haben unbestritten Vorteile bei der Konzeption eines Hauses als „Sonnenfalle“ (sie sind vor allem billiger), aber man kann ein Niedrigenergiehaus oder sogar ein Passivhaus problemlos auch mit einem Steildach errichten.
Welches Dach wo und in welchem Gesamt-Zusammenhang eingesetzt wird, entscheiden nicht nur Be­bauungsplan und persönlicher Geschmack, sondern vor allem Feingefühl, Anstand und Rücksichtnahme auf die Umgebung.

 

Rechteck, Dreieck, Bogen
„Ein Merkmal in der Gewinnung guter Architektur kann das Herausbilden einer klar ablesbaren Gebäudeskulptur sein, welche sich besonders durch die reinkantige Formensprache der geometrischen Körper ausdrückt. Archetypische geometrische Formen wie Rechteck, Dreieck und Bogen und deren zuordenbare Volumensbildung sind damit angesprochen.

Der prismatisch reinkantige Baukörper und das diesem hochbautechnisch zugeordnete Flachdach unterstützt dabei aus gestalterischer Sicht diese Haltung schlechthin, obwohl es kein alleiniges Merkmal für Gestalt­qualität sein kann, sondern nur eine von mehreren Möglichkeiten darstellt, Volumensabschlüsse von Gebäuden zu definieren“.

DI Franz Sam


 

 

 

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