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| Broschüre NÖ gestalten,
Ausgabe 126 (November 2009) |
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Architektur NÖ
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Lebensgerecht und hochaktuell: Diese Bebauungsstruktur ist Foto: Stadt Krems / Günter Kargl.
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Bauen, und zwar lebensgerecht 2. Teil: Jedes Bauen ist Umbauen (Fortsetzung) Wie weit man auch auf diesem Globus reist, ob in Länder, die kulturell vertraut, oder in solche, die befremdlich exotisch sind, meistens wird man die gleiche Beobachtung machen: In vorindustriellen Zeiten haben die Menschen Kulturlandschaften, Siedlungsformen und Gebäude geschaffen, die durch ihre Alltagstauglichkeit, ihre Berücksichtigung von Umweltbedingungen und ihr ästhetisches Erscheinungsbild überzeugen und faszinieren. Welche geheimnisvollen Fähigkeiten hatten die Menschen damals? Und warum haben wir sie offenbar verloren? Warum werden heute mit der gleichen Selbstverständlichkeit, mit der in alten Zeiten nachhaltig funktionierende und qualitätsvolle Lebensräume geschaffen wurden, weltweit Kulturlandschaften zerstört, ökologische Katastrophen produziert und massenhaft architektonische Banalitäten ohne sinnvolle räumliche Zusammenhänge über die falschen Flächen verteilt? Warum braucht man heute eine Elite von aufwändig ausgebildeten Experten, um in seltenen Ausnahmefällen Qualitäten zu schaffen, die früher als vertraute Normalität aus der alltäglichen Lebenspraxis hervorgehen konnten? Erst als durch die umfassende Verfügbarkeit von Kohle, Erdöl, Erdgas und letztlich auch Atomstrom diese bewährten, aber zwangsläufig auch einengenden Traditionen und Regeln radikal überwunden werden konnten, brachen die Dämme. Einerseits setzte ein sich ständig beschleunigender Schub an Innovationen ein, andererseits beschleunigten sich durch die Heftigkeit des zivilisatorischen Wandels auch jene Fehlentwicklungen, die uns heute schockieren und bedrohen. Baukulturelle Neuorientierungen Alles ist Ressource Wir müssen von Fall zu Fall entscheiden, ob dieser Umbau richtig oder falsch ist, und wir müssen bewerten, ob wir mit den grünen Wiesen, den Almhütten, den alten Stadtkernen, den kleinen Dörfern, den barocken Schlössern, den stillgelegten Hochöfen, den Plattenbau- und Einfamilienhaussiedlungen, den Gletschern, Regenwäldern und der Tiefsee, dem Bach vorm Haus, den Müllhalden und Verkehrsflächen etc. intelligent, verantwortungsvoll und zukunftsweisend umgehen. In diesem Sinn ist auch alles (!), was an Gebautem da ist, als Ressource zu verstehen, die eine respektvolle Auseinandersetzung und die Chance auf eine sinnvolle Weiterentwicklung verdient. Wir müssen den Umbau unserer Lebensräume gerade auch unter den Zeichen der wirtschaftlichen und ökologischen Krisen der Gegenwart als Chance begreifen, bedrohliche Fehlentwicklungen effizient korrigieren und wieder ins Positive wenden zu können, global und lokal. Vor dieser Herausforderung stehen nicht die Fachleute allein. Baukultur ist, was wir alle gemeinsam auf diesem Weg zustande bringen. Können wir gemeinsam eine Neuorientierung schaffen? Die Antwort kann nur lauten: „Yes, we can!“ WIRD FORTGESETZT. Erich Raith _ raith nonconform architektur vor ort
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