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| Broschüre NÖ gestalten,
Ausgabe 127 (März 2010) |
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„Hier mein Hintaus mit dem entfernten Kirchturm und der fürs Weinviertel typischen Hollerstaude. Ein schöner, friedlicher Anblick“, schreibt
„Unser Stadl wurde im Jahr 1902 erbaut und diente auf Grund seiner Größe zum Aufstellen der Dreschmaschine. Den alten Schlitten habe ich vor drei Jahren mit meiner Tochter zum Jausentisch umgebaut und restauriert“, schreibt Werner Kroupa, 2225 Zistersdorf.
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Wunderwelt Hintaus Während vorne die „schöne Fassade“ vor allem die Nachbarn beeindrucken soll, bleibt für das wahre Leben im „Hintaus“ gerade noch
Mein Freund, der alte Stadel Im Alter von sieben Jahren lernte ich meinen Freund, den alten Stadel, kennen. Anfangs mochte ich ihn gar nicht. Er war so groß und ich so klein. Er war so behäbig, so protzig, ein bisschen furchterregend, ja vielleicht sogar ein wenig unheimlich. Der Stadel war immer präsent. Am Morgen beim ersten Blick aus dem Fenster stand er immer vor mir. Wenn ich vom nahen Teich nach Hause lief, verwehrte er mir den Blick auf die Kirchturmuhr. Dieser Blick war eine dringende Notwendigkeit. Ich kam meistens ein viertel bis halbes Stündchen zu spät nach Hause, was mir des Öfteren tadelnde Worte meiner Mutter einbrachte. Warum ich mich mit dem Stadel trotzdem angefreundet habe? Daran waren meine Hausarreste schuld. Meine sehnsüchtigen Blicke nach Draußen! Mir gegenüber der Stadel. Genügend Zeit, jedes Brett zu studieren. Am schönsten waren wohl die Stunden, die ich dann mit meiner Großmutter verbrachte. Die Wintertage, an denen es am Nachmittag zum Lichteinschalten noch zu früh und zum Draußenbleiben zu spät und zu kalt war. Eines Tages meinte meine Großmutter, dass es an der Zeit wäre, das Beten des Rosenkranzes zu lernen. Die Dämmerung würde sich dazu anbieten. Also setzte ich mich auf die Fensterbank. Großmutter saß vor dem Küchenofen und betete mir den Rosenkranz vor. Die diversen Wiederholungen haben mich als Kind gelangweilt und so fand ich Abwechslung im Beobachten der nickenden Äste der Akazienbäume im Wind. Im Laufe der Jahre wurde er mir vertrauter. Er war nicht mehr unheimlich, ganz im Gegenteil. Mit der Zeit wurde er heimelig, manchmal wirkte er gütig, nicht mehr bedrohlich wie am Anfang. Der liebe alte Kasten hatte auch seine Geheimnisse. Ich wäre nicht ich gewesen, hätte mich die Neugier nicht auch einmal in das Innere des Stadels getrieben. Für mich war es ein Leichtes mich bei dem großen schiefen Tor hineinzuzwängen. Im Halbdunkel sah ich links und rechts nur Strohwände. Auffallend war, dass auf einer Seite das Stroh zusammengetreten war. Fast ein Steig, der nach oben führte. Da war eine Entdeckungsreise fällig! Eines Tages zog ein Gewitter auf. Der Sturm war arg und die Äste der Akazienbäume peitschten meinen Stadel, dass Gott erbarm. Aber auch die Bäume hatten Einiges abbekommen. Mein Stadel hat sich tapfer gehalten. Nicht einen Dachziegel hat er losgelassen. An einem heißen Sommertag wurde ich aus dem Schlaf gerissen, ebenso mein alter Freund. Das Stadeltor wurde aufgerissen und eine Dreschgarnitur in seinen Leib geschoben. Drei Tage musste er das Getöse der Maschine über sich ergehen lassen. Er hat es gut überstanden, trotzig wie er war. Nicht zu vergessen die Schneemengen die er tragen musste, oder die riesigen dicken Eiszapfen, die an der unteren Dachkante hingen. Von einigen konnte ich ihn befreien. Die großen wurden zu Gebilden aufgelegt. Einige kleine Eiszapfen wanderten über die Zuckerdose in meinen Magen. Ob im Schein des Vollmondes oder im Glanz der Wintersonne, der Raureif auf seinem Dach glänzte und glitzerte, hatte ich den Eindruck, er Eines Tages hat es mich in die Welt hinausgezogen. Doch immer, wenn ich nach Hause kam und mich auf meine Eltern und mein Elternhaus gefreut hatte, begrüßte mich zuerst mein alter Freund, der Stadel. Wenn ich dann am Abend am Fenster stand und zu ihm hinüberblickte, darüber nachdachte, was er schon alles erlebt und überstanden hatte, wie Kriege, Stürme, Hitze und Kälte, wurde ihm meine ganze Bewunderung zuteil. Seine Devise ist wohl, sich nicht unterkriegen zu lassen. Es ist ein gutes Gefühl einen alten Stadel zum Freund zu haben.
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