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| Broschüre NÖ gestalten,
Ausgabe 128 (Juni 2010) |
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Architektur NÖ
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Das Landschaftsbild als Ausdruck des Foto: Land NÖ, 2007.
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Bauen, und zwar lebensgerecht 4. Teil: Tradition und Fortschritt (Fortsetzung) Alte agrarische Kulturlandschaften waren perfekte Konstruktionen zur Gewinnung von Sonnenenergie. Der Wald musste das Brennholz für Herd und Ofen liefern, das Feld Nahrung für die Menschen, die Weide das Futter für die Tiere. Die Brachflächen regenerierten die Vitalität des ökologischen Gesamtsystems. Das Landschaftsbild repräsentierte nicht das Schönheitsempfi nden der Landbevölkerung, sondern war direkter Ausdruck der harten Sachzwänge des gesellschaftlichen Energiehaushaltes. Die Strukturen der Kulturlandschaften waren konsequent darauf ausgerichtet, durch die landwirtschaftliche Produktion möglichst viel Energie ernten zu können, dabei aber möglichst wenig Energie, zum Beispiel für Transport, zu verbrauchen. Daraus ergaben sich zwingende Kriterien für die Anlage der Straßen- und
Wie in der letzten Folge am Beispiel eines typischen Straßendorfs skizziert wurde, waren auch die Bebauungsstrukturen den Prinzipien der Optimierung des Energiehaushaltes verpfl ichtet. Landschaft, Dorf und Gebäude waren schlüssige Komponenten eines ausgereiften Gesamtsystems. Die Harmonie, die wir bei der Betrachtung alter Kulturlandschaften und ihrer Siedlungsformen (oft nur mehr auf historischen Bildern) als ästhetische Qualität erleben, ist das Ergebnis des widerspruchsfreien Zusammenwirkens dieser Komponenten auf allen funktionellen, ökologischen, ökonomischen und auch sozialen Ebenen. Diese verloren gegangene Harmonie ließe sich auch wieder nur durch Neuorganisationen auf der Ebene der inneren strukturellen Logik territorialer Gesamtsysteme erreichen. Oberflächliche architektonische Gestaltungsrichtlinien sind hier grundsätzlich zum Scheitern verurteilt.
Unsere vom KFZ-Verkehr und damit von fossiler Energie abhängig gewordenen zersiedelten Territorien können keine harmonischen Erscheinungsbilder mehr liefern. Trotz aller Baugesetze, die auf Harmonie abzielen, Aktuelle Studien belegen, dass die meisten Menschen, die aus alten Orts- oder Stadtkernen in ein freistehendes Einfamilienhaus „auf der grünen Wiese“ ziehen – und damit einen wesentlichen Beitrag zur Ausdünnung unserer Siedlungsräume und zur Vermehrung des Verkehrs leisten – sich genau über Grundstückspreise und die Errichtungskosten eines Hauses informieren, dass sie aber die mit ihrer Standortentscheidung verbundenen Kostensteigerungen für das Wohnen und vor allem die beträchtlichen Folgekosten für Zwangsmobilität oft außer Acht lassen. Ebenso wird oft verdrängt, dass auch der ausgedünnte und in weit entfernte Funktionsbereiche zerlegte „urban sprawl“ eine soziale Konstruktion ist – und zwar offensichtlich Die Fachwelt, die Verwaltungen und auch die Politik haben längst ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass die räumlichen Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte weder im ökologischen noch im ökonomischen oder sozialen Zusammenhang nachhaltig sind. Trotzdem fehlt es an effi zienten Gegenstrategien. Es ist eine historische Erfahrung, dass solche Fehlentwicklungen auch immer wieder einschneidende Korrekturen erfahren. So gibt es z. B. in Niederösterreich Regionen, in denen Wüstungen so zahlreich wie lebendige WIRD FORTGESETZT. Erich Raith _ raith nonconform architektur vor ort
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