Broschüre „NÖ gestalten“,
Ausgabe 128 (Juni 2010)

 

Broschüre

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„NÖ gestalten“

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NÖ gestalten: Gestaltungswettbewerb: Gaiselberg

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Fotos: Familie Aigner

 

Geschlossen bauen für mehr
Lebensqualtität

Bei diesem Haus in Gaiselberg (Bezirk Gänserndorf) handelt es sich um einen für das
Weinviertel charakteristischen L-förmigen Hakenhof im Ortsverband mit Innenhof,
freistehendem Stadel und anschließendem Obstgarten.

Ursprüngliche Sanierungsund Umbaupläne mussten wegen der schlechten Bausubstanz
aufgegeben werden.
Der Neubau folgte im Wesentlichen den bestehenden Umrissen beziehungsweise waren diese durch Grundstücksgrenzen und den örtlichen Bebauungsplan (geschlossene Bebauungsweise) zum Teil vorgegeben.

Das Gebäude ist eingeschoßig. Gebäudehöhe und Ausführungsdetails, wie zum Beispiel bündig mit der Fassade abschließende Holzkastenfenster auf der Straßenseite, spiegeln die Anmutung des vorher am selben Bauplatz befindlichen Gebäudes wieder, ohne dieses zu imitieren.
Im Inneren wurde eine Raumhöhe von mindestens 3 Metern realisiert, die heutigen
Wohnansprüchen genügt und den Zimmerflächen entspricht.

Die hofseitigen Ansichten sind moderner gestaltet, jedoch wurde auch dabei auf eine ortsübliche Materialauswahl Wert gelegt. Die rhythmisch angeordneten beinahe raumhohen Fenster- bzw. Türöffnungen mit vorgehängten Schiebeläden aus Lärchenholz ermöglichen eine großzügige und variable Belichtung und Beschattung der Innenräume.

Obwohl letztendlich ein Neubau notwendig wurde,
trug die sorgfältige Bestandsaufnahme und Analyse von Ausführungsdetails des Altbestandes
dazu bei, die über Generationen entwickelte
„eingebaute Intelligenz“ weitgehend zu bewahren und mit vielfachen positiven Auswirkungen
ins neue Gebäude zu übernehmen.

Dazu gehören: Privatheit im Innenhof bei gleichzeitig gefühlter Integration in den Ortsverband, effektiver Witterungsschutz mit einer Bandbreite von verschiedenen Mikroklimabereichen für jede Jahreszeit und Wetterlage und die Möglichkeit, das Haus in der warmen Jahreszeit zur Natur zu öffnen.

Die Planung erfolgte durch das Büro Lichtblau
und Spindler, 1090 Wien.

 

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