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NÖ Gestalte(n) Ausgabe 139

ORTSBILDKIDS! Stilkunde leicht gemacht! 10 DieRenaissancekannalsBeginneinesneuenZeitaltersbezeichnetwerden. Sie nimmt ihren Anfang um 1400 und endet um 1600. Somit erstreckt sie sich über das 15. und 16.Jahrhundert. Es war eine Zeit, in der die Menschen voller Wissendurst waren. Sie interessiertensichsehrfürdieWerkederAntike,Wissenschaft,Technik und die Entdeckung und Erkundung neuer Gebiete. Europa treibt regen Handel mit Ländern im Osten. Gewürze, Gold und andere Güter werden vor allem von arabischen Händlern nach Europa gebracht. Da mehr und mehr Länder die auf dem Weg nach Osten durchreist werden mussten, Handelsrouten blockierten, war es notwendig, neue Wege zu finden. Auf dieser Suche wurden alle Meere bereist, und die Welt zum ersten Mal umsegelt. Dies verschaffte ein ganz neues Weltbild, das in Weltkarten und dem Globus festgehalten wurde. Dank der Technik des Buchdruckes, erfunden von Johannes Gutenberg, verbreitete sich gewonnenes Wissen in dieser Zeit bereits recht rasch. Durch den regen Handel, den allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung und Fortschritt in Wissenschaft und Technik, gelangten viele Bürger zu großem Reichtum, neue Städte, die sich rasch vergrößerten entstanden und seit dem Mittelalter bestehende Städte wurden umgebaut. Vorbild für die Neugestaltungen waren vor allem die Gebäude des alten Roms. Man träumte davon, Städte, die durch enge verwinkelte Gassen geprägt waren, wieder im Glanz und der Größe vergangener Tage erstrahlen zu lassen. Dazu wurden mitunter ganze Stadtviertel niederge- rissen und neu aufgebaut. Bei der Gestaltung der neuen Gebäude folgte man den geometrischen Idealen der Antike. Die Reichsten der Bevölkerung ließen sich richtige Stadtpaläste mit begrüntenInnenhöfen,Balkonen,weitläufigenRäumenundgroßenFenstern, durch die viel Tageslicht fiel, errichten. Die Fassaden wurden mit Giebeln und klassischen Säulen verziert und die Innenräume mit Marmor- und Mosaikfußböden, Freskenmalereien, Stuckdecken, Teppichen, Bildern, aufwändig gearbeiteten und reichverzierten Möbeln und prächtigen Kamine ausgestattet. TYPISCHE STILELEMENTE DIESER ZEIT: • rechtwinklig und symmetrisch angelegte Grundrisse • symmetrisch gestaltete Fassadenteilungen • Balkone und Erker • über das gesamte Gebäude gezogene Gesimse • dreieckige oder halbkreisförmige Ziergiebel über Fenster und Türen • Säulen die in ihrer Form von den alten Römern übernommen wurden • aufwändige Verzierungen an der Fassade Die architektonischen Spuren dieser Epoche sind heute noch in vielen Städten, wie z.B. in Stein an der Donau, gegenwärtig. DiesesehemaligekaiserlichelandfürstlicheMauthaus(Piwetzhaus)wurde 1536 erbaut und unter Einbeziehung älterer Teile 1943/44 restauriert. Es handelt sich um einen 3 geschossigen, 4 achsigen (4 Fenster neben einander)BaumitgeschwungenerundinderMittegeknickterGiebelmauer (rote Mauer am oberen Bildrand). Die Fassade mit Flacherker, welcher im Erdgeschoss auf Säulen steht, ist eher glatt gestaltet. Die Fensterumrahmungensind reich verziert und sowohl Fenster als auch Türen sind mit Rundbögen eingefasst. Einer der wohl bekanntesten Künstler dieser Zeit war der als Universalgenie bezeichnete, Leonardo da Vinci. Er erschuf nicht nur bis heute bekannte Kunstwerke, sondern erforschte auch dieAnatomiedesMenschenundderTiere, interessierte sich sehr für Astronomie, Mathematik, Architektur und entwarf mehrere Kriegsmaschinen, Untersee- boote und sogar Flugmaschinen. Das Ende der Epoche ist im beginnenden 17. Jahrhundert anzusiedeln. Abgelöst wurde die Renaissance durch den neuen Stil des Barock, der sich von Italien aus über ganz Europa verbreitete. Wie wir aus der letzten Ausgabe wissen, nahm die Bevölkerung während des Mittelalters stark ab. In der darauf folgenden Epoche die, der Renaissance, stieg das Bevölkerungswachstum wieder, leere Landstriche wurden neu besiedelt und es kam zu einem starken wirtschaftlichen und technischen Aufschwung. 1) Selbstbildnis Leonardo da Vinci 2) Sein wohl brühmtestes Bild „Mona Lisa“ hängt im Pariser Louvre RENAISSANCE GESTALTE(N) *

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