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NÖ Gestalte(n) Ausgabe 139

GESTALTE(N)12 An der Grenze zwischen dem Wald- und Weinviertel in Stoitzendorf 1944 geboren, zog es Elisabeth Schöffl-Pöll nach vielen Jahren in Wien wieder nach Niederösterreich. Seit 1971 ist die Schristellerin in Hollabrunn ansässig. Über zwanzig Einträge liefert die Datenbank der Österreichischen Nationalbibliothek, wenn man ihren Namen eingibt. Unter ihren Publikationen findet man Geschichten aus der Kindheit ebenso wie Erinnerungen an den Dichter H.C. Artmann. Elisabeth Schöffl-Pöll hat sich nicht nur als Erzählerin und Lyrikerin profiliert, sondern sich auch als Herausgeberin um das Bewusstsein für den Dialekt der Region verdient gemacht, etwa mit „Gemma, gemma - koit is 's net! : Sprüche und Redensarten in der Weinviertler Ui-Mundart“, das im Retzer Verlag Hofer erschienen ist. Mit der Literaturinitiative und Edition „Dichtermühle“ hat sie dazu beigetragen, Kollegen und Kolleginnen eine Plattform zu bieten. Gemeinsam mit ihrem Mann Otto recherchiert sie gerade über Mühlen. In der Öffentlichkeit steht sie vor allem durch regelmäßige Lesungen, publikumswirksam füllt sie Säle und auch mit Stermann und Grisse- mann drehte sie schon. Die Liebe zur Sprache und auch die literarische Begabung, erzählt sie, habe sie geerbt. Jede freie Minute nutzt sie, ihrer Passion nachzugehen. Und auch wenn sie versucht, am Wochenende zu pausieren, zieht es sie zum Schreibtisch in ihrem Arbeitszimmer. An einem Werktag ist sie bis zu acht Stunden am Schreiben. Am Computer entstehen die Texte, mit der Hand schreibt sie nur im Zug, bei Reisen. Es gibt keine Agentur oder einen fixen Verlag, der ihre öffentlichen Auftritte managt. Sie betreibt eben eine „Schriftstellerei“, scherzt sie über ihre erfolgreiche Selbstorganisation. In der Öffentlichkeit präsent ist Elisabeth Schöffl-Pöll seit 1985, als die ältere Tochter zum Studieren nach Wien zog. Das Talent von Elisabeth Schöffl-Pöll zeigte sich früh: Schon die Lehrer in den Fächern Deutsch und Musik an der Schule in Eggenburg förderten sie. Der Schristeller Emmerich Lang, der in Maria Roggen- dorf, nicht weit von Hollabrunn, lebt, war ihr Mentor und auch Manfred Jasser vom Kulturbund Weinviertel unterstützte die Lyrikerin. Die enge Bindung zur Region besteht seit langem, schon ihre Mutter brachte sie zu einer Volkstumsgruppe. Auch wenn sie im Gespräch bekennt: „Die Mundart lässt niemanden los.“, möchte sie nicht als „Mundartdichterin“ etikettiert werden. Heimat ist Elisabeth Schöffl-Pöll vielleicht auch deswegen so wichtig, da die Familie ursprünglich aus Döllersberg, einem jener Orte stammte, der für die Schaffung des Truppenübungsplatzes Allentsteig noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges geräumt wurde. Die Zwangsaussiedlung eines ganzen Landstriches hat auch bei den nachfolgenden Generationen ihre Spuren hinterlassen… Fragt man die Lyrikerin nach ihrer Inspiration, antwortet sie mit einer Metapher. Es sei wie bei einem Kreuz: oben der Himmel, unten die Erde und rechts und links die Menschen. Wenn Elisabeth Schöffl-Pöll schließlich zur Feder grei, dann kommt auch meist der Humor nicht zu kurz. In ihrem Buch „Mundart. Weinviertel im ¾ takt“, das im Jahr 2011 erschienen ist, heißt es im Gedicht „kellerrenovierung mit Hindernissen“: „In unserm Ort an olten köller / wollt ma saniiert haum ohne Föhler / Der Architekt hot sih den aungschaut / und seinen Augen zerscht net gaunz traut / Wos die do ghobt haum in dem G´mäuer / Hot aungfacht`s Architektenfeuer“ E I N P O R T R ÄT der Schriftstellerin Elisabeth Schöffl-Pöll Mundart liest man mit den Ohren! ᳚ * Text vonTheresia Hauenfels

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