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NÖ Gestalte(n) Ausgabe 139

kellergassen sind unikate und unikum, sie sind teil und ausdruck einer lebens-und kulturform, die etwa sieben Generationen gemein sind und in dieser einmaligkeit nur im Weinviertel und südmähren gepflegt wird. „Presshäuser“, so empfindet der Architekt Johann Kräner, „gehören neben den Schüttkästen und Stadeln zu jenen Bauten, in welchen sich die ästhetische Aussage der niederösterreichischen bäuerlichen Architektur in einem vollendetem Dreiklang zwischen konstruktion, Funktion und Form am deutlichsten zeigt.“ Nur eine Handvoll von Baumaterialien findet sich an alten Kellern und Häusern. Mit einfachsten, „naheliegenden“ Baustoffen – Holz, Lehm, später Ziegel, Stein – wurde das Nützliche, Zweckdienliche geschaffen. Die bäuerlichen Bauten aus Lehm bilden ein kulturelles Verbindungsglied zu Kulturen der Vorgeschichte und der Antike. Die Wände der Presshäuser sind gemauerte Hüllen. Drei verschiedene Rechtecke als Mittler zwischen Innen und Außen sind vorgegeben – gleich einer Weinviertler Dreifaltigkeit. Die erste und größte Öffnung stellt die Kellertür dar, durch die man in den Arbeitsraum, das Presshaus, eintritt. Die zweite ist das „Gaitloch“ oder die „Geizlucken“ zum Einbringen der Weintrauben, der Maische, und die dritten und kleinsten Ausnehmungen sind die Fenster; vielmehr Luschlitze als Lichtöffnungen. Viele Grüntöne der Weinviertler Landscha spiegeln sich in den Farbnuancen der Kellertüren. allgegenwärtig und trotzdem nicht der rede wert Keller, Presshäuser und Kellergassen sind den Weinviertlern derart zur Selbstver- ständlichkeit geworden, dass sie in der Rezeption der eigenen Geschichte, in Ortchroniken und Heimatbüchern keine Erwähnung fanden. Erst in den letzten Jahrzehnten entwickelt sich ein Bewusstsein für deren Wert und Einzigartigkeit. Vielfach kam der Impuls von außen, meist von jenen, die nicht im Besitz von Kellern und Presshäusern waren und so das für andere Selbstverständliche als begehrenswert und besonders erkannten. In 181 Gemeinden Niederösterreichs gibt es 36.400 Keller in 1106 Kellergassen. Diese Juwele minimalistischer Architektur zerteilen fallweise die Landschaft wie aufgefädelte Perlen horizontal, mal segmentieren sie die Landschaft längs tiefer Hohlwege. Von der Ferne mögen sie an den Rücken auftauchender Fische im Weingarten- oder Getreidemeer erinnern. Johannes rieder * UNSER BUCHTIPP: Weinviertler Kellergassen - Unsterblicher Kulturschatz von Wolfgang Krammer und Johannes Rieder 34 GESTALTE(N) Niederösterreichs Kellergassen „Nach eine Idee von Rudolf John“ „Wir haben eine Weltsensation. Immer mehr und mehr spüren wir, wie wichtig es ist zu den einfachen Dingen zurückzufinden. Einfachheit leben lernen – dafür ist die Architektur ein guter Lehrmeister und die Kellergassen ein Symbol.“ LH Dr.Erwin Pröll MACHEN SIE BEI UNSEREM WETTBEWERB MIT! Schicken Sie uns Fotos und Beschreibungen „ihrer“ Kellergasse! Die Bewertungskriterien sind: > Qualität der Sanierung > Einbindung in die Landschaft > Aktivitäten vor Ort > Geschlossenheit der Erscheinung Einreichstelle: Niederösterreich GESTALTE(N) Landhausplatz 1, Haus 13, 3109 St. Pölten Telefon: 02742 / 9005 – 15656 E-mail: mail@noe-gestalten.at Einsendeschluss: 17. Juni 2013 Preis: Großes Fest in der siegreichen Kellergasse > Ende September 2013 Patronanz: Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll Vorsitzender der Jury: Alfred Komarek Niederösterreich GESTALTE(N) s u c h t

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