Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

NÖ Gestalte(n) Ausgabe 139

Die Kirche als Bauherr Das besondere Engagement einer lebendigen Pfarrgemeinde bewirkte, dass im kleinen aber rasch wachsenden Ort Oberrohrbach der erste Kirchenneubau der Erzdiözese Wien seit dem Jahr 2000, der Kirche Christus Hoffnung der Welt in der Donaucity (Architekt Prof. Heinz Tesar) errichtet wurde. Die Pfarre Kleinwilfersdorf, zu der Oberrohr- bach gehört, wird seit 1983 vom Pfarrer von Spillern KR Msgr. Franz Forsthuber mitgeleitet. Mit dem Modell der von Laien gehaltenen Wortgottesdienste wurde eine Lösung gefunden, weiterhin in allen Orten der Pfarre jeden Sonntag den Gottesdienst feiern zu können. Das als „Notkirche“ adaptierte Wirtschasgebäude ge- nügte dem Engagement der Kirchengemeinde nicht mehr. Im August 2004 wurde vom Bauamt der Erzdi- özese Wien ein Architektenwettbewerb mit sechs geladenen Teilnehmern ausgelobt, der im November 2004 zur Entscheidung der Jury aus Fachjuroren und Vertretern der Pfarrgemeinde für den nun realisierten Entwurf führte. Der Kirchenraum dient unterschiedlichen Handlungen, liturgischen Feiern wie kontem plativem Innehalten. Um ihn diesen Ansprüchen gegenüber zu optimieren folgte eine intensive Planungsarbeit der Architekten und Konsulenten mit den Delegierten der Pfarrgemeinde, fachlich begleitet vom Leiter des erzbischöflichen Bau- amts Architekt DI Harald Gnilsen und dem zuständigen Referenten DI Adolf Wilfing. Dabei wurden vor allem Fragen der Positionierung von Altar – Ambo – Tabernakel – Sessio im Ver- hältnis zu Raum und Gemeinscha aber auch die Materialwahl und Oberflächengestaltung, Akustik, Details der Lichtführung und Licht- steuerung, der Lüung und Heizung diskutiert. Die engagierte Mitwirkung des Bauherrn in der Planungsphase erlaubte eine rasche Realisierung des Kirchenneubaus innerhalb eines Jahres bis zur Einweihung durch Kardinal Christoph Schönborn am 28.9.2008. Der Ort Vom Bauplatz für die neue Filialkirche, der auf dem in die Ortsmitte herabführenden Höhenrücken liegt, bietet sich nach Süden ein eindrucksvolles Panorama. Das Blickfeld reicht über die Häuser von Ober- rohrbach, den außerhalb liegenden Friedhof, das wellige Umland, die markante Silhouette der Burg Kreuzenstein, die Hügel des Wienerwaldes am Südufer der Donau bis zum Schneeberg. Durch die benachbarte Florianikapelle und die Notkirche ist der Platz bereits sakral bestimmt und im Bewusstsein der Gemeinde verankert. Wegführung und Raumabfolge Der steile „Kirchenweg“ führt von Westen, die gewundene Gasse „Am Berg“ von Osten auf die Anhöhe. Eine Freitreppe kürzt die letzte Serpentine ab. Die fußläufigen Wege münden in den neuen fast ebenen Kirchenplatz, der die neue Filialkirche mit der derzeitigen Notkirche verbindet. Die Zufahrt erfolgt wie im Bestand durch Umrundung der Kirche. Die Parkierung erfolgt im Norden entlang des Weges, am Platz vor den Kellern und vis-a-vis der Garage. Der neue Glockenträger / Turm definiert mit dem Winkel zwischen neuem Kirchenschiff und Nebentrakt (Sakristei) einen Vorplatz. Eine stetig gekrümmte Wandschale umschließt den Hauptraum der Kirche, sie nimmt die auf den Hügel führenden Weglinien auf und führt in den niederen Vorraum mit anschließendem 38 GESTALTE(N)

Pages