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NÖ Gestalte(n) Ausgabe 139

Die Bedeutungen der Erscheinungsbilder Offensichtlich sind es nicht sachliche Überlegungen zu Kosten, Wertbe- ständigkeit und Raumqualität, die dazu führen, dass freistehende Ein- familienhäuser auf meist relativ kleinen, hermetisch umzäunten Parzellen konstant als erstrebenswerteste Wohnform der österreichischen Bevölkerung ausgewiesen werden. Geld und Vernun scheinen in diesem Fall doch nicht die Welt zu regieren. Offenbar gibt es noch andere Argumente und Haltungen, die sich dann, wenn es um emen des Bauens und Wohnens geht, als stärker erweisen. Es steht der Verdacht im Raum, dass hier Bewertungen und Entscheidungen vor allem damit zu tun haben, dass Architektur als Statussymbol und als Mittel zur Gewinnung von sozialem Prestige gesehen wird. Es geht offensichtlich um Bedeutungen, die durch die Erscheinungsbilder des Gebauten vermittelt werden können. Durch die Wahl der Bilder sollen Zeichen gesetzt und Bildbotschaen ausgesendet werden, die möglichst einer allgemein verständlichen Architektursprache angehören sollen, um von möglichst vielen Adressaten richtig verstanden zu werden. Aus diesem Grund genießen altvertraute Formensprachen sichtlich mehr Vertrauen, als neue, bei denen man befürchten muss, dass sie nur von wenigen wie beabsichtigt interpretiert werden können. Woher kommen nun die Erscheinungsbilder, denen in unserem Kultur- raum hohes Prestige zugeordnet wird und denen auch zugetraut wird, allgemein verstanden zu werden? Bauen, und zwar lebensgerecht 56 14.Teil: Zeichensprachen GESTALTE(N) FACHARTIKEL Experten nahezu aller Disziplinen erklären seit Jahrzehnten, dass kompakt verdichtete Bauweisen ausgedünnten Siedlungs- und Nutzungsstrukturen, die vor allem durch die Errichtung kleiner freistehender Einfamilienhäuser zustande kommen, überlegen sind. Dies betrifft vor allem ökonomische, ökologische, energetische, nutzungsspezifische und sozialräumliche Aspekte, aber auch die erzielbaren Raum-, Aufenthalts- und Gestaltqualitäten. Warum können diese gesicherten Erkenntnisse so wenig an der aktuellen Planungs- und Baupraxis ändern?

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