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NÖ Gestalte(n) Ausgabe 140

GESTALTE(N)18 ORTSBILDKIDS! Erweitere dein Wissen! Die Fresko- oder Frischmalerei (italienisch: a fresco, affresco „ins Frische“) ist eine Form der Wandmalerei, bei der die Farben auf den frischen Kalkputz aufgetragen werden. Bekannt und auch beliebt war die Freskomalerei schon in der Antike. Im Mittelalter wurde dann gerne mit einer Mischtechnik von Frisch- und Trockenmalerei (fresco und secco-Technik) gearbeitet. In der Renaissance und im Barock wird dann fast ausschließlich wieder „al fresco“, also frisch, gearbeitet. Ein weltberühmtes Beispiel aus der Renaissance findest du in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan in Rom. Dort malte Michelangelo Buonarroti zwischen 1508 und 1512 eines der bedeutendsten Fresken der Menschheitsgeschichte. Bis zu 7 Schichten Putz Aber wieder zurück zu der Frage – wie entsteht ein Fresko? Ein Gewölbe oder eine Fläche zu freskieren war sehr zeitintensiv. Für die Umsetzung brauchte man sogar mehrere Arbeitsschritte: Zuerst musste die Fläche, die bemalt werden sollte, mit einem Gemisch aus Kalk, Sanden und Steinmehl verputzt werden. Damit die Fläche weitestgehend ebenflächig wurde, brauchte man manchmal bis zu sieben Putzschichten, die immer feiner werden mussten. In einem 1. Arbeitsschritt wurde die zu bemalende Fläche vollständig mit Papier bedeckt. Auf diese Kartons zeichnete der Künstler mit Kohle seine Figuren. Danach wurden diese Kartons wieder entfernt. Im nächsten Schritt trug der Werkstattmeister einen Feinputz auf. Die Größe dieser Fläche richtete sich nach dem Arbeitstempo des Künstlers, also danach, wie viel er innerhalb von acht Stunden nach Anziehen des Putzes, d.h. wenn sich dieser nur mehr schwer mit dem Finger verformen lässt, frisch oder – in der Fachsprache gesagt: „a fresco“– auf den noch feuchten Putz malen konnte. Dieses einzelne Motiv des Gesamtfreskos bezeichnete man als das so genannte Werk, auch „giornata“ genannt. Vor der Bemalung wurden die Kartons noch einmal auf den Putz auf- gelegt. Mit einem spitzen Gegenstand, zum Beispiel einem Pinselstiel, wurden die Linien am Karton in den Putz gedrückt. Diese Ritzungen dienten dem Künstler als Vorlage und Anhaltspunkt für seine Malerei. Freskieren war so anstrengend wie anspruchsvoll! Gemalt wurde im Stehen, nicht im Liegen. Das wäre nämlich viel zu gefährlich gewesen, weil die kalkhaltige Farbe auf keinen Fall in die Augen geraten dure. Nach einer Trocknungszeit von drei Wochen wurden die Modellierungen und Feinzeichnungen ergänzt. Dabei wurden die Farben mit Ei und, mit hoher Wahrscheinlichkeit, auch mit Ölen versetzt. Damit wurden die Schatten und hellen Lichter ge- malt. Da dieser Arbeitsschritt auf dem bereits trockenen Putz erfolgte, nannte man diese Technik Trocken- oder Seccomalerei. Korrekturen waren grundsätzlich nicht möglich, denn einmal vom Putz aufgenommene Farbe konnte nicht mehr entfernt werden. Die allerletzten Ergänzungen wurden dann am Schluss vom Künstler mit Kreide gemacht. Paul Troger - Blau ist (k)eine Kunst Künstler, die solche Wandmalereien ausführen konnten, nannte man FRESKENMALER. Paul Troger, er lebte von 1698 bis 1762, war solch ein Maler. Er wurde in Südtirol geboren und galt als einer der begnadetsten Monumental- maler der Barockzeit. Im Sti Altenburg kannst du auf Spurensuche gehen und ein „blaues Wunder“ erleben. Dort kannst du nämlich in der Kirche, in der Bibliothek, im Marmorsaal und auf der Kaiserstiege viele seiner Fresken bewundern. Paul Troger ist nicht nur aufgrund seines großen Talentes, sondern auch aufgrund der Verwendung eines typischen blauen Farbtons, aus pulverisiertem Glas mit Kobalt als Farbstoff, berühmt geworden und in die Geschichte eingegangen. * Wie entstehtein Fresko? Paul Troger Selbstbildnis um 1728

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