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NÖ Gestalte(n) Ausgabe 140

willen - geschnittene Buchshecken, strenge Strukturen- und dann wieder mit großzügigem Parkcharakter. Manche Bereiche werden nach wie vor gemeinschalich gepflegt. Vorca.2JahrenbegannenengagierteBewohner- innen der Ortscha sich vermehrt mit den unterschiedlichen Gartennutzungen und dem spannenden Wechselspiel aus Privatgärten und gemeinsamen, öffentlichen Räumen als Gemeinschasgut zu beschäigen. Gemeinsam neue Ziele definieren Gemeinsam mit tschechischen Partnerorten erhob man das alte, gartenkulturelle Erbe und fand Wege, dieses für heutige Bedürfnisse zu adaptieren. Aus der kulturellen und natürlichen Vielfalt der Gärten sollte ein Angebot entwickelt werden, das zum einen der Bevölkerung selbst die Einzigartigkeit ihres Lebensraumes bewusster macht, zum anderen, um ein Gartentourismus-Ange- bot zu entwickeln. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Aspekten der Selbstversorgung und Vielfalt von Wild- und Kulturpflanzen bzw. die unklare Grenze dazwischen sowie das Haltbarmachen, Veredeln und Genießen. So wurden Gärten einzelner Teilnehmer- innen entsprechend adaptiert, umgestaltet, mit alten Obst- und Gemüsesorten bepflanzt, Aus 104 Beiträgen gewann das Projekt „Angerdorf Unterretzbach“ von DI Dr. Christine Rottenbacher im internationalen Wettbewerb „private plots public spots“ oder „Wie (er)finden wir uns unsere öffentlichen und privaten Freiräume?“ den 3. Platz. Der Grundgedanke des Gartens ist ein Prozess, der das Alltagsleben der Menschen verändert, sodass Gartenarbeit Teil des Lebens wird und dieses durch Gesundheit und Vergnügen bereichert. Schönheit alleine ist nicht genug. So wurde die Allmende (Gemeindegut) für die örtliche Bevölkerung neu erschlossen, zum Genießen und um sie in die gemeinsame soziale Verantwortung für die Nachbar- schaft einzubinden. Weiterentwickeln, was seit Generationen gewachsen ist Der Dorfanger von Unterretzbach ist viele Hunderte von Jahren alt und begründet sich auf die für das Weinviertel typischen Sielungs- entwicklungen mit Hoäusern, dem ent- sprechenden „Hintaus“ und den Grünräumen zum gemeinschalichen Ortsraum hin. Entlang des Landbaches gab es genügend Feuchte für die Entwicklung einer vielfältigen Hortikultur und Landwirtscha, und so änderte sich die Nutzung des großzügigen Grünraums von einer einstmals gemein- schalichen Weidefläche zu einer vielfältigen Gartenlandschaft. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts graste Vieh in der Mitte des Dorfes, dann wuchsen auf so genannten Hausäckern meist Kohl, Erdäpfel und Bohnen und natürlich Obst- bäume. Auch nach dem 2. Weltkrieg wurde der Anger für Subsistenz genutzt, erst ab den Siebziger Jahren entstanden neue Gartenbilder, der gesamte Grünraum wurde in seiner Einzigartigkeit wertgeschätzt (so ist es auch gelungen, ihn unverbaut zu halten) und verbindende Gestaltungselemente, wie z.B. Kastanien- und Birkenalleen, wurden eingebracht, um vermehrt dem Erholungs- aspekt Rechnung zu tragen. Jeder bringt sich ganz individuell ein Die Bewohner nutzten die grüne Mitte immer mehr als Privatgärten und als Gemeinschas- fläche. Manche Gärten wurden eingezäunt, andere gingen ineinander über und erzeugten so den Eindruck eines großen, zentralen Parks, der zahlreiche Gestaltungs- und Gartenstile repräsentierte. Die heutige Gartenlandscha zeigt ein buntes Bild aus Gemüsegärten, Blumengärten, GärtenmitstarkemGestaltungs- GESTALTE(N)50

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