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NÖ Gestalte(n) Ausgabe 140

Unser Buchtipp: HISTORISCHE GÄRTEN UND PARKS IN ÖSTERREICH Böhlau Verlag 51GESTALTE(N) besonderen, historischen und kulturellen Merkmalen sind für die Wahrung der Identität der Bevölkerung selbst und für die individuelle Bereicherung und die der Ge- sellscha als Ganzes wichtig. Es impliziert die Anerkennung der Rechte und Pflichten der Bevölkerung, eine aktive Rolle in den Prozessen des Wissenserwerbs und der Entscheidungen zu den Qualitäten der Orte, wo sie lebt, zu spielen. Lebensraum von Flora und Fauna, Biodiversität: Oft sind gerade örtliche Freiräume Rückzugsgebiete für wertvolle, einheimische Pflanzen und Tiere und können zur Erhöhung der Resilienz (z.B. Adaptie- rung an den Klimawandel, Angepaßtheit an die jeweiligen Standorte) unserer Orte beitragen. Ressourcen für die Erzeugung von Nahrungs- mitteln und Biomasse: Nicht zu vernachlässigen ist der Aspekt, dass grüne Infrastrukturin unserenOrtschaenauch der Nahrungsmittel- produktion und, durch Pflegemaßnahmen, zur Erzeugung von Biomasse dienen kann. Ästhetische Werte: Lebensräume „gestalten“ ist ein kultureller Akt, ein Produkt der Kultur mit den Materialien der Natur gemacht und eingebettet in soziale Bedeutungen und Routinen. Er übersetzt kulturelle Werte in Frei- räume, die häufig unsere Vorstellungen von Schönheitherausfordern,erweiternundverändern. Erlebniswert: Zahlreiche Untersuchungen zeigen, wie authentisch ausgestaltete und be- pflanzte Freiräume zur Erholung, zur kognitiven Entwicklung und zur Gesundheit ihrer Bewoh- nerinnen beitragen können. Dabei gibt es ein Wechselspiel aller Funktionen von Wachstum und Veränderung in diesen konkreten Erlebnis- situationen. Dadurch lernen wir, reifen wir undbestätigenunserenLebenssinn sowie unsere Kompetenzen, und wir definieren immer wieder aufs Neue unsere Beziehungen zu unseren Lebensräumen. Obstbäume mit alten Reisern veredelt und neue Gärten angelegt. Ein neuer Garten ist der Garten der verrückten Proportionen (work in progress) für Kinder und Erwachsene und ein weiterer der Barfußgarten mit vielen Kräutern aus aller Welt. Das Innovative an diesem Projekt ist zum einen die Rückkehr zu Bewährtem. Alte Gemüsesorten aus der Region werden gesucht und verwendet, das Wissen um Hortikultur wird ausgetauscht und es wird gemeinsam gegärtnert, gekostet und wert- geschätzt. Zum anderen wird der Bedeutung von privaten Gärten und gemeinsamen Freiräumen neue Aufmerksamkeit geschenkt. Diese bilden in unseren Orten als Gesamt- heit unser Wohnumfeld, in dem nach wie vor viele von uns ihr alltägliches Arbeiten und Leben verbringen. Dieses Wohnumfeld trägt in Unterretz- bach vor allem bei zu: Identifikation – regionale Identität: Das Leben mit und in authentischen privaten und öffentlichen Freiräumen trägt wesent- lich zur Identifikation mit dem eigenen Lebensraum und der eigenen sowie gemein- schaftlichen Lebensgestaltung bei. Die Anerkennung von deren Vielfalt und

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