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NÖ Gestalte(n) Ausgabe 140

Die Schlüsselrolle des Energiehaushalts Wie Menschen und Gesellschaen ihre Landschasräume, Siedlungen und Häuser gestalten, wie sie zusammenleben und ihre alltäglichen Aktivitäten im Raum organisieren, wie mobil oder ortsgebunden sie agieren, alles das war immer schon ganz unmittelbar von den verfüg- baren energetischen Ressourcen abhängig. An diesem existenziellen Grundprinzip wird sich auch in Zukun nichts ändern können. Die Weiterentwicklung unserer Lebensräume wird also ganz entscheidend davon abhängen, ob – z.B. durch die Beherrschung neuer Technologien wiederatomarenKernfusion–EnergieimÜberflusszurVerfügungstehen wird, oder nicht. Solange es genug leistbare Energie gibt, wird auch mit denRessourcenFlächeundRaumverschwenderischumgegangenwerden. Es ist anzunehmen, dass dann weiterhin Landschaen flächig zersiedelt, mit großem Aufwand Straßen gebaut, kurzlebige monofunktionale Be- bauungsstrukturen geschaffen und kompakte historische Siedlungskerne fortschreitend entwertet werden. Es würden also mit großer Wahr- scheinlichkeit jene Tendenzen fortgesetzt werden, die – angefeuert durch die fossilen Energievorräte des Planeten – zur Zeit unsere Umwelt immer rascher verändern. Die Hoffnung, solche fatalen Entwicklungen der Raumordnung auf anderen – z.B. auf politischen, administrativen oder kulturellen – Ebenen wirksam verhindern zu können, ist naiv und hat schon bisher immer nur zu Blamagen geführt. Das ist das eine, optimistisch-pessimistische Zukunsszenario. Ein anderes geht von der Frage aus: Wie könnte sich unser Lebensraum unter den Bedingungen knapper und teurer werdender energetischer Ressourcen weiterentwickeln? Der Zwang zur Dichte In einem sind sich alle einschlägig befassten Fachleute einig: Je dichter Menschen zusammenleben und je intensiver und flexibler sie Flächen und Räume nutzen, desto geringer wird der Energieverbrauch pro Kopf. (Der Zusammenhang ist signifikant. So zynisch es klingen mag: Die Slums dieser Welt haben hervorragende Energiebilanzen.) Zunehmende Energieknappheit wird zwangsläufig bewirken, dass immer mehr 52 GESTALTE(N) Bauen, und zwar lebensgerecht15.Teil: Ausblicke FACHARTIKEL In den bisher veröffentlichten 14 Teilen dieser Beitragsreihe wurden verschiedene baukulturelle Themen skizziert, die mit Vorstellungen einer lebensgerechten, zukunftsfähigen („nachhaltigen“) Raumentwicklung in engem Zusammenhang stehen. Dabei wurden besonders Aspekte der Architektur, des Städte- und Siedlungsbaus und der Raumplanung angesprochen. Oft wurde dabei auf historische Entwicklungen Bezug genommen. Kann man von solchen Betrachtungen ausgehend auch einen Blick in die Zukunft wagen?

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