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40 GESTALTE(N) Pur. Purstisch. Forum Frohner. Unter Bezugnahme auf das unmittelbare Um- feld des Klosters werden beim Forum Frohner zeitgenössische Kunst und Architektur in die alten Strukturen implementiert. Das alte Haupttor wurde durch eine moderne, transpa- rente Konstruktion ersetzt, durch die man in einen barocken Zentralraum – das Foyer des Forum Frohner – schreitet. Ein Glasgang als neue Verbindung zwischen bestehendem Klosterbau und dem neu angebauten Ausstel- lungsraum lässt schon im Eingangsbereich die Synthese zwischen Denkmalschutz und zeitge- nössischem Eingriff anklingen. Das Forum Frohner selbst fällt zunächst ob seiner ausdrücklichen Schlichtheit auf, welche sich gleich auf den ersten Blick durch die geometrisch klare Quaderförmigkeit des Bau- körpers offenbart. Auf Wunsch des Künstlers Adolf Frohner wurde im Ausstellungsraum auf alles Überflüssige verzichtet. Die Wände sind in Ortbeton ausgeführt, der in Anlehnung an die „Rohheit“ und „subtile Brutalität“ der Werke Adolf Frohners in seiner Einfachheit und Unperfektheit zur Wirkung kommen soll. Eine diesen Wänden vorgesetzte Schale ist für die Hängung und Montage der Bilder ausgeführt, die völlig variabel gestaltet werden können. Die Wände sind nur an drei Seiten und nicht raumhoch ausgeführt, um den Charakter des Betonbaus im Innenraum zur Geltung kommen zu lassen. Weiters ist ein Kontrast zwischen der weißen, „reinen“ Schale und der grauen, „dreckigen“ Betonwand inszeniert. Der graue Magnesiaterrazzo des Fußbodens nimmt explizit Bezug auf die Minoritenkirche und stimmt in den Kanon der reduzierten Farbigkeit des Raumes ein. Ziel ist die Schaffung eines lebendigen Ausstel- lungsraumes, der sich trotz vielschichtiger Bezugnahmen auf den umgebenden Kontext nach innen wendet. Im Zentrum steht der Diskurs rund um die Kultur der menschlichen Existenz, in welche das Forum Frohner auch thematisch Einblicke geben möchte. Im Garten des Klosters sollte wieder der histo- rische Gesamteindruck eines äußerst ruhigen, Geborgenheit vermittelnden Raumes ent- stehen, der in seiner Geschlossenheit mit vielfältigen Blickbeziehungen aufwartet. Über Jahrhunderte werden Bauwerke den sich ständig ändernden Bedürfnissen der Menschen angepasst. So auch das ehemalige Minoritenkloster in Krems-Stein, das mit dem Forum Frohner einen Zubau im Klostergarten und mit dem Kunstraum Stein einen neu adaptierten Präsentationsraum erhielt. Dabei wurde jeweils die puristische Philosophie des Bettelordens der Minoriten in eine adäquate Architektursprache übersetzt, welche mit einfachen und authentischen Materialien und Formen operiert. Die Räume sollen weder selbstbewusst noch selbst bestimmt, sondern selbstverständlich wirken. Adolf Frohner (1934 – 2007) Maler, Grafiker und Bildhauer aus Großinzersdorf in Niederösterreich, geehrt mit dem Österreichischen Staatspreis, Vorstand d. Instituts f. bildende Kunst, Wien. Als Mitbegründer des Wiener Aktionismus ursprünglich Objekt- und Aktionskünstler, wandte er sich später in Malerei und Grafik dem Tafelbild zu. Der Spatenstich zum Forum Frohner erfolgte wenige Tage vor seinem Tod. Auf Wunsch Frohners sollte die Bezeichnung Museum vermieden werden, da „ein Museum nur Verstorbenen gewidmet werden sollte.“ Die Realität holte ihn leider ein. FORUM FROHNER UND KUNSTRAUM STEIN

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