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Heute ein Einfamilienhaus, hat die 1893 in Breitenstein erbaute Villa eine wechselvolle Geschichte aufzuweisen, die jene des vormals feudalen Sommerfrische-Ortes Semmering widerspiegelt. In typischer Semmering-Architektur errichtet – im Sinne des adeligen Land- schasgartens des späten 18. Jahrhunderts wurden die Berge als Kulisse und die Villen als Staffagearchitektur interpretiert – wurde sie 1903 von Frau Henriette Weihs erworben; in Österreich eine der wichtigsten Verfechterinnen der Ausbildung für Frauen zur Krankenpflege. Sie baute am Semmering das legendäre „Sanatorium und Erholungsheim Breitenstein“ auf, das in den Dreißiger-Jahren fast an die Größe des genau gegenüberliegenden Südbahnhotels heran- reichte und so prominente Gäste wie den Startenor Enrico Caruso beherbergte. Die kleine Villa im Wald nutzte man als Dependance. Bis 1938, als Sanatorium und Villa arisiert wurden und erst die örtliche NS-Kommandantur, später dann Kinder und Jugendliche im Rahmen der Aktion „Kinderland-Verschickung“ in das idyllisch gelegene Haus einzogen. Nach Jahrzehnten des Verfalls und ungeklärter Eigentums- und Wid- mungsverhältnissen begann der nunmehrige Besitzer Richard Weihs, Großneffe der Henriette Weihs, mit der Sanierung des bereits völlig desolaten Objektes – und erlebte dabei die Geschichte seiner Familie, des Hauses und des Semmerings erneut. So waren beispielsweise noch vom Bau der Semmeringbahn scheinbar übergebliebene Eisenbahn- schienen als Träger verbaut worden. Von italienischen Arbeitern, die seinerzeit am Großprojekt Semmering-Bahn mitgewirkt hatten. Auch wurden bei der Instandsetzung Originalteile des ebenfalls völlig ver- fallenen – und mittlerweile abgerissenen – Sanatoriums miteinbezogen. Nach drei Jahren Aussortieren, Verfestigen, Wiederinstandsetzen und Neuerrichten des Dachgeschosses, entsprechend des rekonstruierten Altbestands, konnte die Villa 2006 fertiggestellt werden. Dies alles mit hohem persönlichen Einsatz großteils in Eigenregie und mit Unterstützung örtlicher Handwerker und hilfsbereiter Nachbarn, mit welchen seither auch Freundschaen bestehen. Der früher „formelle“ Gemeindekontakt wurde ein offener und verständnisvoller Dialog. Das Objekt hat sich damit von selbst harmonisch in die Umgebung eingefügt. GESTALTE(N)46 * Heute ein Einfamilienhaus, hat die 1893 in Breitenstein erbaute Villa eine wechselvolle Geschichte aufzuweisen, die jene des vormals

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