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Da damit nicht früh genug begonnen werden kann, gab es auch bei diesem Stadtspaziergang wieder ein umfangreiches Kinderpro- gramm. Gleich 4 der insgesamt 23 Stationen waren darauf zuge- schnitten, kindgerecht zu sensibilisieren: Unter anderem eine Rätselrallye sowie das Basteln eines Neunkirchen-Buches brachten den „Bauherren von morgen“ Baukultur spielerisch näher. Doch auch andere Stationen boten Spannung und Abenteuer für die ganze Familie. Nichts für schwache Nerven waren die absoluten Highlights: mit dem Hubsteiger hoch über den Dächern der Stadt schweben sowie das Erforschen der historischen – an diesem Oktobertag besser nur mit Gummistiefeln betretbaren – Stollen- gänge tief unter der Stadt. Wer sich nicht mit dem Hubsteiger in luftige Höhen traute oder wem der Andrang dort zu viel war, musste aber auf den großen Überblick nicht verzichten. Der Kirchturm war extra geöffnet und bot nach kurzem Aufstieg einen herrlichen Blick auf das teils mittelalterliche, teils barocke Gebäudeensemble des Hauptplatzes, wo unter anderem Sgraffito-Fassaden und eine historische Dach- landschaft aus der Vogelperspektive zu bewundern waren. Kulturinteressierte konnten dann weitere Schätze Neunkirchens entdecken, zum Beispiel das Jüdische Viertel, die alte Marktmauer oder die älteste evangelische Kirche Niederösterreichs. Doch auch die neuere Geschichte kam nicht zu kurz. Das alte Kesselhaus als Zeitzeuge der Industrialisierung war exklusiv für diesen Tag geöffnet worden und ließ durch dort gezeigte Interviews mit ehemaligen Arbeitern Geschichte lebendig und nachfühlbar werden. Schließlich rundeten Ausblicke auf die architektonische Zukunft der Stadt, Lesungen in Hinterhöfen oder ein Zielschießen im Schüt- zenhaus das Programm ab. Kein Wunder, dass bei einem so abwechslungsreichem und umfas- sendem Angebot viele der interessierten Gäste bis 19 Uhr unter- wegs waren, um alle neuen Einblick und Perspektiven in sich aufnehmen zu können. Doch auch wenn der Stadtspaziergang Neunkirchen nun bereits Teil der Geschichte ist, Neunkirchen selbst ist lebendig und allemal einen Besuch wert. Für neue Perspektiven ist auch weiterhin gesorgt, übergab Dipl. Ing Petra Eichlinger doch als Geschenk an die Stadt einen „Perspektivenfänger“, ein Fernrohr, welches das bewusstere Betrachtendes baulichen Erbes Niederösterreichs auch in Zukunft ermöglichen soll. * 10 GESTALTE(N) Vormittags hatte es noch geregnet. Doch als pünktlich um 14 Uhr mit Tusch und beschwingter Musik die Begrüßung der Gäste erfolgte, erinnerte nur mehr das sich leicht lösende „z“ des auf- kaschierten Stadtspaziergang-Logos an der Bühnenwand daran. Die Begrüßung wurde von Heilwig Pfanzelter moderiert. Bestens ge- launt gab der Gastgeber, Neunkirchens Bürgermeister Komm. Rat Herbert Osterbauer, auch gleich seinen persönlichen Lieblingsplatz preis: sein Büro im imposanten Rathaus, von dem man einen wunder- schönen Blick über den mittelalterlichen Hauptplatz bis hin zur, urkundlich bereits 1094 erwähnten, Stadtpfarrkirche hat. Er betonte aber auch Ernsthaftes zum Thema Stadtplanung, wie die Schutz- zonenverordnung einerseits, die das historisch wertvolle Ensemble Neunkirchen, eine der ältesten Siedlungen des Wiener Beckens, nachhaltig für weitere Generationen erhält, und die dennoch gege- bene Möglichkeit andererseits, Geschichte weiter zu schreiben: mit modernen, zeitgemäßen und ganz im Heute verwurzelten Bauten. Der in Vertretung von LH Erwin Pröll gekommene Landtags- abgeordneten Hermann Hauer hob dann eine der großen Stärken Niederösterreichs hervor, die „Vielfalt der Regionen“, die vor allem durch unzählige Initiativen und Institutionen in den Gemeinden lebendig und vital gehalten wird. Das Schlusswort hatte dann DI Petra Eichlinger, die das Anliegen des Stadtspaziergangs auf den Punkt brachte: Die Vermittlung regionaler Baukultur, die Identität stiftet und ein Gefühl von Heimat vermittelt. Photographie:NinaNisaMaier,BrigitteSteinriegel Der nächste Stadtspaziergang ist am 31.August 2014 in Retz!

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