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26 GESTALTE(N) * Vielerorts in den Städten ist es so: Von außen sieht man nur un- scheinbare Fassaden, doch in den Innen- und Hinterhöfen blüht das Leben, gibt es Gärten und viele Möglichkeiten, zeitgemäßes Wohnen zu verwirklichen. So auch in dem aus der Jahrhundertwende stam- menden Haus, das in den 60er Jahren um zwei auf fünf Geschoße auf- gestockt sowie im westseitigen Gartenbereich mit einem 2-geschoßigen Zubau erweitert wurde. Eine bestehende Wohnung im 2. Obergeschoß wurde durch die Aufstockung des Zubaus erweitert. Kein Einblick, aber viel Ausblick Die Erweiterung hatte eine Neuorganisation des Grundrisses zur Folge. Der Wohnbereich samt Küche wurde in den westseitigen Zubau verlegt. Von dort bietet sich ein herrlicher Ausblick nach Südwesten in Richtung Wienerwald. Ein „hinten“ liegender Garten der Liegenschaft wurde durch eine Wendeltreppe erschlossen und kann nun von der Wohnung über die Terrasse direkt erreicht werden. Hauptmotiv für die Erweiterung der Wohnung war der Verzicht auf die Errichtung eines Einfamilienhauses im Umland zugunsten einer städtischen Verdichtung. Die Lage am Bahnhof und Nähe zu Schulen und Sportstätten wird von allen Familienmitgliedern geschätzt. Vor allem die Kinder nutzen oft und gerne die Bahn, um schnell bei Freun- den sein zu können. Im Zubau sind Küche, Essplatz und der um 45 cm erhöhte Wohnbe- reich untergebracht. Der Bauteil ist direkt an der seitlichen Grund- grenze errichtet und öffnet sich mit raumhohen Verglasungen großzügig nach Süden und Westen. Als Kontrast zu den in Sichtbeton ausgeführten Wänden ist die Deckenuntersicht im Wohnbereich als Holzleistendecke ausgeführt, die sich im Außenraum als Untersicht des weit ausladenden Vordaches fortsetzt. Sämtliche Außenbauteile sind mit Eternit-Großtafeln verkleidet. Statisch ausgeklügelt und energetisch aufgerüstet Die Aufstockung erfolgte aus statischen Gründen in Leichtbauweise. Eine aufgesetzte und mit Holzträgern ausgefachte Stahlrahmenkon- struktion spannt sich von Außenwand zu Außenwand. Auch das be- stehende Flachdach wurde zur Queraussteifung mit Stahlträgern verstärkt. Im Zuge der Aufstockung wurde zudem auch das gesamte Objekt ther- misch saniert. Die seit den 60er Jahren bestehende Versorgung mit Fernwärme wurde um eine Pufferspeicheranlage ergänzt. Die große Raumhöhe (3,20 m) des bestehenden Traktes ließ den Einbau einer kontrollierten Wohnraumlüftung zu. Südseitige Verschattungsan- lagen gewährleisten die Sommertauglichkeit, die Sichtbetonwände des Zubaus dienen als Speichermasse. Photographie:MarcelBillaudet,PetraEichlinger

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