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53GESTALTE(N) mittels Druck in eine Form gebracht. Beim Freiformschmieden „muss man das Eisen schmieden, solange es heiß ist“, wie es so schön heißt. Finden denn Schmiedearbeiten Einzug in zeitgenössische Bauwerke? Leider noch viel zu wenig, weil die Leute fürchten, dass man sich Schmiedearbeiten gar nicht leisten kann. Das stimmt aber nicht, weil der Handwerker, mit seinem auf die Wünsche des Auftraggebers abgestimmten Einzelstück, ja auch auf das Budget eingehen kann. Das ist bereits Teil des kreativen Prozesses. Für den Wirtschaftspark Ybbsitz habe ich zum Beispiel ein modernes Geländer gemacht, bei dem neben Handlauf oder Säulen auch der Laufmeterpreis vorgegeben war. Die Herausforderung war also, eine schmiede- technische Lösung zu finden, die in diesem Rahmen möglich ist. Und das war sie auch. Trotzdem ist und wirkt das Geländer mit seinen sichtbar geschmiedeten Verbindungs- stellen sehr hochwertig. Für mich selbst wiederum habe ich ein Geländer geschmiedet, wo ich mir die Vorgabe gegeben habe: mit wenig Aufwand große Wirkung erzielen. Es ist zudem bewusst nicht korrosionsgeschützt, weil es so, wie ich finde, besser in die Gegend passt. Ich wohne ja ganz in der Natur, mitten im Wald. Aber auch andere, nicht geschmie- dete Metallgestaltungen sind Teil moderner Architektur. Mein Freund Josef Hofmarcher hat zum Beispiel ein Carport aus geschnitte- nem Stahlblech gemacht. Mit seiner faszi- nierenden Raumwirkung wirkt es wie eine moderne Skulptur. Metall hat eben in jeder Epoche eine Rolle gespielt. Jede Generation muss aber auch etwas dafür tun, dass die „guten Dinge“ sich weiterentwickeln, um gut zu bleiben. Danke für das Interview Einfache Form – große Wirkung: das private Geländer des Meisterschmieds Bevor es an die große Umsetzung geht, wird ein Modell angefertigt

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