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Noe Ausgabe 143

GESTALTE(N)24 Füße auf der Erde, Kopf in den Baumkronen Kleine Kinder, die genügend Bewegungsspielraum haben, nehmen ganz unbewusst eine gerade, gesunde Haltung ein. Sie ist natürlich und richtet den Körper als Gegengewicht zur Schwerkra auf. Es ge- schieht spontan, ohne inneren Zwang stramm zu stehen und Haltung zu bewahren. Im Laufe des Erwachsenwerdens kommt vielen diese Freiheit abhanden, sei es durch anhaltendes falsches Sitzen im Büro oder andere Fehlentwicklungen im Alltag. Die zeitgemäße kindgerechte Pädagogik hil den Kindern sicheren Stand zu gewinnen, guten Kontakt zum Boden zu haben und so im Leben fest verwurzelt zu werden. Andererseits können mit Hilfe einer humanen Architektur einengende Grenzen aufgehoben werden und Freiräume entstehen, die die geistige und seelische Entwicklung fördern. Im Kindergarten Taborgasse ist die Verbindung wesentlicher Ziel- setzungen aus beiden Disziplinen vorbildlich gelungen. Die durch ihre Höhe akzentuierten Gruppenräume sind von einer zum Foyer aus- geweiteten Erschließungszone umgeben. Hier werden der offene Charakter und die Eigenständigkeit der Gruppenräume besonders deutlich: Der sich auf voller Raumhöhe öffnende Ausblick in den um- gebenden Baumbestand bietet einen überwältigenden Eindruck. Wer sich in der zweiten Ebene auält, taucht mit seinem Kopf förmlich in die Baumkronen ein. „Unsere Kinder können die Vögel in den Ästen beobachten und das Wetter und die verschiedenen Jahreszeiten bewusst erleben. Es ist fast wie in einem Baumhaus“ freut sich die pädagogische Leiterin und fügt hinzu: „Auch die Eltern sind von der einzigartigen Atmosphäre begeistert. Die Idee ist voll aufgegangen.“ Bei der Planung des Kindergartens in der Taborgasse 1, in Guntramsdorf konnte das Architekten-Team aus dem Vollen schöpfen. Die vortreffliche Lage des Grundstückes in einem Park mit charaktervollen Kastanienbäumen bot Voraussetzungen, wie man sie nur ganz selten findet. In diesem exquisiten Freiraum wurde der Kindergarten als eine offene, dörfliche Struktur eingebettet. Die Architektur gliedert sich in mehrere Baukörper und behält dadurch einen kindgerechten Maßstab. Ein wichtiges Ziel war es, die Freiflächen im Park für die Kinder möglichst naturnahe zu gestalten. Photos:LoisLammerhuber,KurtHoerbst,Kinder:PetraEichlinger,StephanSmutny

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