Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Noe Ausgabe 143

GESTALTE(N)48 Vom Container zum Vorzeigeprojekt Ursprünglich bestand der Wolkersdorfer Kindergarten nur aus einem schlichten, in Containern untergebrachten Provisorium mit vier Gruppen. Das war natürlich keine Dauerlösung, insbesondere wenn man, wie es heute in der Kindergartenpädagogik üblich ist, neben Er- ziehern und Kindern den Raum als dritten Bestandteil der frühkind- lichen Bildung begrei. Gefragt sind inspirierende Lernlandschaen, die sinnliche und soziale Erfahrungen ermöglichen. 2010 wurde daher von der Stadtgemeinde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben und das Siegerprojekt für die Realisierung ausgewählt. Als Bauplatz bot sich eine großzügige nach Südosten ausgerichtete Erweiterungsfläche neben den bestehenden Schulgebäuden von Hauptschule und Gymnasium an. Die Grünlage und der direkte Anschluss an ein Augebiet waren ebenso überzeugende Argumente für die Wahl, denn schon im Kindergartenalter ist es wichtig, den Kindern Impulse zu geben, die zur Erforschung und Entdeckung ihrer Umwelt herausfordern. Das Gebäude bietet Platz für sechs Gruppen und ist in zwei Ebenen ge- gliedert. Von außen betrachtet, fallen der silbergrau schimmernde Baukörper aus Holz und die klare Linienführung ins Auge. Die groß- zügige Halle ist die zentrale Erschließungszone und wird durch abge- schrägte Dachfenster von Tageslicht erfüllt. Der etwas tiefer liegende Bewegungsraum kann durch das Entfernen einer mobilen Trennwand zur Halle in ein Amphitheater mit Blick ins Grüne verwandelt werden. Eine weitere mobile Wand zur Unterteilung in verschiedene Spiel- und Bewegungszonen wurde von den PädagogInnen vorgeschlagen. Der Umsicht und Kreativität des Teams verdankt der neue Kinder- garten viele kluge Detaillösungen wie z.B. die schmalen auf Sichthöhe von Erwachsenen eingebauten Lichtbänder, durch die man aus den Gruppen in die Waschräume sieht. Ein klares Plus in puncto Sicherheit. Ein Mensch, der Fantasie hat, eigene Ideen zur Lösung von Aufgaben entwickelt, der spielt, der experimentierfreudig ist, der seine Gedanken und Empfindungen ausdrücken kann und darf, fühlt sich entspannt und glücklich. Solche kreativen Menschen können Neues schaffen und gute Veränderungen bewirken. Das Kind im Vorschulalter ist in nahezu idealer Weise dafür ausgestattet, seine kreativen Fähigkeiten zu entfalten – und es will begreifen, mit seinen Sinnen wahrnehmen und verstehen. Darum also wollen Kinder immer alles anfassen, eben weil sie es „fassen“ wollen. Zeitgemäße Kindergärten, wie der neue in Wolkersdorf im Weinviertel, fördern diese Anliegen vor allem dadurch, dass den Kindern in einer gelösten Atmosphäre viel Freiraum (in seiner doppelten Bedeutung) und ein breites Angebot an Materialien, die zur Ausführung eigener Ideen herausfordern, zur Verfügung stehen. Photos:LoisLammerhuber,Kinder:PetraEichlinger,StephanSmutny

Seitenübersicht