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Gestalte(n) Ausgabe 144

26 GESTALTE(N) Von der Brache zur Begegnungszone AusgangsbasiswareineFreiflächevordemGemeindeamtundderKirche, die Ende der 70er Jahre durch den Abriss einer Häuserzeile entstanden war und bislang mangels kreativerer Nutzungs- und Gestaltungsideen vorwiegend als Parkplatz diente. Die Hauptstraße im Ortskern ver- zeichnete hingegen eine zunehmende Verkehrsbelastung von zuletzt rund 12.000 Fahrzeugen pro Tag. Somit war im Ortskern kaum so etwas wie Aufenthaltsqualität vorhanden. Auch die im Umkreis ansässigen Wirtschasbetriebe waren von dieser negativen Entwicklung betroffen, und noch verschär durch die Konkurrenz mit verkehrs- günstig gelegenen Einkaufszentren am Ortsrand kam es zu Ab- wanderung und Leerstand. Durch den Bau der Ortsumfahrung und die damit verbundene Entlastung der Hauptstraße im Ortskern bot sich 2005 erstmals die Möglichkeit einer verkehrsberuhigten durch- gehenden Erneuerung des Zentrums. Einen offenen, vielseitig nutzbaren Raum schaffen Mit dem Auommen größerer Ansiedlungen und Städte, entstanden dort auch zentrale Bereiche wie z.B. die griechische Agora, an denen sich die Bürger versammelten und handelten. In der Renaissance und im Barock wurden Plätze aufwendig und raffiniert gestaltet. Sie wurden nun von bekannten Architekten geplant und mit Bezug auf den Stadt- grundriss angelegt. Seit der Zunahme des Individualverkehrs wurden Plätze als Verkehrsknotenpunkte immer wichtiger und in weiterer Folge drängte der motorisierte Verkehr vielerorts alle anderen Nutzer des öffentlichen Raumes an den Rand. Neuere Konzepte haben zu einer Rückbesinnung auf die eigentliche Funktion von Plätzen als Begegnungszonen geführt. Es gilt diesen Raum wiederallgemeinnutzbarzumachenundnichtnuralsVerkehrs,sondern auch als Lebensraum der Bevölkerung zu planen und zu gestalten. Ziel des hier beschriebenen Projektes war es, dem in Restflächen Straßen, Wege und Plätze sind Lebensräume, die von allen Mitgliedern der Gesellschaft geteilt und gemeinsam genutzt werden. Diese öffentlichen Räume sollten möglichst so eingerichtet sein, dass sie zu Orten der menschlichen Begegnung, der Kommunikation und des sozialen Umgangs werden. Oder von der anderen Seite her aufgezäumt: Ist der öffentliche Raum als Aufenthaltsraum attraktiv geformt, halten sich dort mehr Menschen auf, und die Balance von verkehrlicher und sozialer Nutzung steigert deren Lebensqualität. Ein gutes Beispiel, wie dieses Konzept des gemeinsam genutzten Raumes (Shared Space), verwirklicht werden kann, setzte die zum Bezirk Baden gehörende Marktgemeinde Leobersdorf mit der Umwandlung und Neu- belebung des Ortskerns. Konkret wurden zwischen 2006 und 2009 der Rathausplatz und Teile der Hauptstraße nach Plänen des Büros Hadlerbishausdorf Architekten komplett neu gestaltet.

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