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Gestalte(n) Ausgabe 144

Bauherr: Marktgemeinde Leobersdorf Planung: Hadlerbishausdorf Architekten * 28 GESTALTE(N) Photos:HerthaHurnaus,GregorNesvadba,ErichWellenhofer zerteilten Raum durch eine einheitliche Oberfläche ein ruhiges, klares Gesamtbild zu geben. Die bisher dem ruhenden Verkehr überlassene Fläche sollte wieder in einen offenen, vielseitig nutzbaren Bereich, das so genannte „innere Aktionsfeld“ für allerlei lokale Aktivitäten um- gewandelt werden. Damit einhergehend, war auch vorgesehen, die Kirche und das Gemeindeamt in ihrer räumlichen Wirkung und Zu- gänglichkeit zu stärken. Unterschiedliche und allesamt hochwertige Materialien in der Bodengestaltung (rostfreier Stahl, Holz, Naturstein) definieren Zonen und Nutzungsmöglichkeiten und garantieren darüberhinaus Langlebigkeit. Das umgebende „äußere Aktionsfeld“ umfasst sowohl den Randbe- reich des Platzes als auch den gesamten Verlauf der Hauptstraße im Ortszentrum, wobei Platz und Straße nicht als getrennte Räume zu verstehen sind. Symbol für dieses Gesamtkonzept ist der als „steinerner Teppich“ ausgeführte, mit grünem Naturstein durchsetzte Betonbelag. Für Schatten und grünen Ausblick sorgen neu gepflanzte Säulen- eichen entlang der Hauptstraße und Schirmföhren parallel zur WestseitedesRathausplatzes.AmPlatzselberversprühenüber20spanische Olivenbäume mediterranes Ambiente. Der Erfolg ist sicht- und messbar Ein Jahr nach der Fertigstellung wurde die Neugestaltung des Leobersdorfer Zentrums durch ein Verkehrsplanungsbüro überprü und bewertet. Bei den dafür erforderlichen Zählungen und Radar- messungen zeigte sich, dass die Maßnahmen in jeder Hinsicht erfolg- reich waren: Der Großteil der gefahrenen Geschwindigkeiten liegt heute im Bereich zwischen 20 und 30 km/h und wenige fahren schneller als 30 km/h. Die Verkehrsdichte ist auf etwa ein Viertel von 2002 gesunken, so dass heute nur noch rund 3.300 Fahrzeuge pro Tag das Ortszentrum passieren. Die Anrainer fühlen sich dadurch wesentlich sicherer und nutzen den wiedererschlossenen öffentlichen Raum häufig. Durch die Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs und das verbesserte Angebot an kurzen Erledigungswegen per Fuß und Rad wird die Lebensqualität im Siedlungsgebiet erhöht: Lärm sowie Lu- belastung sind deutlich zurückgegangen. Zahlreiche Events, Feste, Konzerte, Märkte und Sportveranstaltungen seit der Fertigstellung beweisen, dass das Gemeindeleben von der Revitalisierung des Orts- kerns profitiert hat und der Platz von den Bürgern gerne angenommen wird. Übrigens gehören zu dieser Erfolgsbilanz auch ökonomische Effekte: Die Abwanderung der Handelsbetriebe konnte nachweisbar gestoppt werden und seit 2010 haben sich zehn (!) neue Geschäe im Ortskern angesiedelt. Drei Kaffeehäuser und Eisgeschäe mit ihren einladenden Gastgärten, sowie ein vielfältiger Angebotsmix vom edlen Schuhgeschä bis zum veganen Supermarkt tragen heute zur Lebendig- keit rund um den zentralen Rathausplatz bei. 2011 wurde das Projekt mit dem „Walk Space Award“ für fußgänger- gerechte Planungen, Ideen und Neuerungen um Fußgängern mehr Qualitäten zur Verfügung zu stellen, ausgezeichnet.

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