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Gestalte(n) Ausgabe 144

Rückkauf und vorgesehene Schleifung In den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts war der Fort- bestand des Baudenkmals, mit seinen spätbarocken Elementen recht ungewiss. Als es um 1980 verkau werden sollte, war die Gemeinde nur amGrundstückinteressiert.DasHaushingegensollteabgetragenunddie Fläche zu einem öffentlichen Parkplatz umgestaltet werden. Glücklicherweise gab es auch Einwände gegen dieses Vorhaben. Unter anderem bildete sich eine „Interessensgemeinscha Grüne Insel“ (GI), die die Sanierung des Hauses Babenbergerstraße 1 und anschließender Einrichtung eines Kulturzentrums forderte. „Die Schleifung des Forst- hausareals und die Errichtung eines Parkplatzes auf diesem Gelände lehnen wir im Interesse unserer Kinder, unserer Jugend und nicht zuletzt im Interesse der Lebensqualität in unserer schönen Stadt Melk ab“, stand in einem Flugblatt, das an die Bürger verteilt wurde. Um die Anliegen der GI bekannt zu machen, wurden Pressevertreter in formiert und auf dem Forsthausareal viele Veranstaltungen organisiert. An der ablehnenden Haltung des Gemeinderates änderte das alles nichts. Erst das Interesse einer breiten Öffentlichkeit und die Unterstützung der Projektideen durch den damaligen Landeshauptmann Siegfried Ludwig führten zu einem Umdenkprozess. Aus dem Bundesdenkmalamt hieß es plötzlich,dassdasForsthauswegender„RiegelwirkungzurAltstadt“nicht verschwinden dürfe. Erhalt und neue Widmung Die eigene reichhaltige Baugeschichte und die architektonische Qualität des Forsthauses bilden zweifellos einen idealen Hintergrund für die Präsentation historischer Fakten und Zusammenhänge und so wurde 1982 erstmals angedacht, das Stadtmuseum hier unterzu Seit dem Vorjahr beherbergt das so genannte Melker Forsthaus in der Babenbergerstraße die Büroräume einer Steuerberatungskanzlei. Der Weg dorthin war lang und geht mit einer ebenso spannenden wie wechselhaften Nutzungsgeschichte einher. Seinen heutigen Namen erhielt das Gebäude im 18. Jahrhundert, als es dem Stiftsförster von Melk als Wohnung diente. Die Ursprünge sind aber noch deutlich älter und stammen bereits aus dem 16. Jahrhundert. Zunächst wurde hier ein Turm errichtet, in dessen Räumen das Gefängnis sowie eine Wohnstatt für den Landgerichtsdiener untergebracht waren. 1774 verkaufte die Melker Bürgerschaft den Turm an das Stift. Anschließend wurde er als Unterkunft für Angestellte genutzt. In dieser Epoche wurde der ehemalige „Bürgerturm“ vermutlich mit Anbauten ergänzt, so dass das Gebäude allmählich sein heutiges Erscheinungsbild erhielt. 36 GESTALTE(N)

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