Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Gestalte(n) Ausgabe 145

3535GESTALTE(N) Wie alles begann Die 1896 eingeweihte, neugotische Herz-Jesu Kirche, von den Einheim- ischen liebevoll „Kleine Kirche“ genannt, war das erste Gotteshaus in der zu dieser Zeit noch jungen Wienerwaldgemeinde Eichgraben. Mit ihren 116 Jahren zählt sie zu den ältesten Bauwerken im Ort, das seine Entstehung der Initiative einiger zielstrebiger Bürgerinnen verdankt. Die frommen Frauen waren es eines Tages leid zum Gottesdienst immer nach Maria Anzbach pilgern zu müssen. Als 1951 der so ge- nannte „Wienerwalddom“ – die heutige Pfarrkirche – errichtet wurde, geriet die Kleine Kirche bald ins Hintertreffen und diente nur mehr sporadisch als Auahrungshalle und Einsegnungskapelle. Danach wurde sie über 25 Jahre nicht mehr genutzt. Vergessen und wiederentdeckt Die Zeit hinterlässt auch an leerstehenden Gebäuden ihre Spuren und so wurde die Kleine Kirche über die Jahre unbemerkt zu einem großen Sanierungskandidaten. Nachdem jahrzehntelang keine Handwerks- arbeitendurchgeführtwurden,warendasMauerwerk,derTerrazzoboden und die gesamte Innenausstattung stark beschädigt und renovierungs- bedürig. Da aus ihrer Sicht kein Bedarf für eine Zweitkirche bestand, wollte die Diözese aber keine Mittel dafür zur Verfügung stellen. Im Gegensatz dazu, haben die Eichgrabner ihre erste Kirche stets als kul- turelles Kleinod betrachtet, das, wie auch immer, erhalten werden sollte. Als Auakt zu der insgesamt vier Jahrzehnte dauernden Renovierung wurden 1975 zunächst der Vorplatz und das Geländer neu gestaltet. Dies hier ist die außergewöhnliche Geschichte einer 40 Jahre dauernden Renovierung, die nur durch den unermüdlichen Einsatz vieler engagierter Helfer möglich wurde. Freiwillige aus der Bevölkerung, aus Vereinen und Firmen sowie eine große Zahl von Spendern die Geld, Material, Speisen und vor allem ihre wertvolle Zeit zur Verfügung stellten, ließen das Werk gelingen. Einen ganz wesentlichen Anteil am glücklichen Ausgang der Geschichte hat der Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein Eichgraben (FVV). Er wirkte immer als Triebfeder und unterstützte maßgeblich die Finanzierung. Das 50 Jahr-Jubiläum dieses Vereins im Vorjahr wird der Bevölkerung von Eichgraben noch lange im Gedächtnis verankert bleiben. Denn gleichsam als Höhe- punkt der Festlichkeiten erhielt ihre Kleine Kirche ein neues Fassadenkleid und erstrahlt nun auch äußerlich wieder in frischem Glanz.

Seitenübersicht