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Gestalte(n) Ausgabe 145

36 GESTALTE(N) Bauherr: Gemeinde Eichgraben Planung: FVV Eichgraben 1979 war es wieder eine Frau, diesmal aus dem FVV, die vehement für die Erhaltung dieser Kleinen Kirche eintrat und Gleichgesinnte um sich sammelte. Mit Begeisterung ans Werk Über die Regionalzeitschri „Eichgrabner“ wurde die Bevölkerung befragt, was mit der Kleinen Kirche weiter geschehen solle. Darauf hin meldeten sich mehr als 200 Menschen, um sich für die Erhaltung des ältesten unveränderten Bauwerkes im Ort einzusetzen – der FVV sollte hierfür ein Sanierungskonzept ausarbeiten. Auch beim Pfarr- gemeinderat wurden die Ideen interessiert aufgenommen und alsbald einigte man sich darauf, das Gotteshaus nach einer Sanierung und sanen Modernisierung wieder für sakrale Zwecke zu nutzen. Der bereits erwähnte Aufruf in der Regionalzeitung stieß auf enormen Widerhall und es erklärten sich auch viele Eichgrabner bereit, unent- geltlich an dem Projekt mitzuarbeiten oder mit Geldspenden zu helfen. Zu den notwendigen Renovierungsarbeiten zählten das Trockenlegen und Ausbessern des Mauerwerks sowie die Reparatur des Steinfuß- bodens mit Einbau einer Fußbodenheizung. Weiters galt es die Elektro- installationen auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen, auszumalen und last but not least sämtliche Anstriche am Altar, den Chor- und Wandverkleidungen, am Gestühl, den Fenstern und Türen sowie der Stiege zu erneuern. All diese Arbeitsschritte wurden mit ver- einten Kräen in nur zehn Monaten ausgeführt und am 21. Dezember 1980 konnte das Gotteshaus neuerlich eingeweiht werden. Zehn Jahre später war das historische Bauwerk erneut in Nöten. Das Turmkreuz stand schief und konnte jetzt und jetzt abstürzen. Die Feuer- wehr Eichgraben sicherte es provisorisch mit Seilen und so konnten die Sanierungsarbeiten auf den Herbst verschoben werden, um die im Turm beheimateten Fledermäuse nicht beim Brüten zu stören. Die Be- standsaufnahme zeigte dann, dass das Turmdach vom Holzauau bis zur Kupferdeckung neu zu machen war. Über den Eichgrabner wurde wieder um Spenden ersucht und der FVV stellte ein Drittel seiner Flohmarkteinnahmen bereit. Erstmals beim Flohmarkt wurde dann der Nagelstock aufgestellt, ein Baumstrunk, in den man geschmiedete Nägel gegen Spende für die Turmsanierung einschlagen konnte. Mittler- weile hat er einen fixen Platz an einer Außennische nahe der Sakristei und ist zu einem Brauchtumsobjekt geworden. Brautpaare und Tauf- paten schlagen Nägel mit Initialen als Glücksbringer ein. Die letzte Renovierungsphase ... ... war ein Kraakt für alle Beteiligten. Sowohl die in die Jahre ge- kommene Fassade, wie auch das desolate Dach mussten vollständig erneuert werden. Erforderlich waren ein neuer Anstrich, die Verfugung des Natursteinsockels sowie das Abklopfen feuchter Putzstellen und die darauf folgende Reparatur. Außerdem musste das Sandsteinhauptportal saniert werden, es galt die Fensterscheiben zu fixieren und die Turm- fensterjalousien und Außentüren neu zu streichen. An den Fenster- parapeten und Strebepfeilerschrägflächen sollten Kupferabdeckungen angebracht werden. Wieder fanden sich viele Helfer aus der Pfarre, der Gemeinde, der Wirt- scha und der Bevölkerung bereit, ehrenamtlich bzw. kostengünstig mitzumachen. Die Marktgemeinde unterstützte das Projekt mit Gerät vom Bauhof und die Feuerwehr stand mit dem Kranwagen bereit. Noch vor dem Winter 2012/2013 waren die wichtigsten Arbeitsschritte erledigt. Der feuchten Putz abgeschlagen, Sockelsteinfugen geöffnet, eine Schottertraufe erstellt, die Fassade und Sockelsteine hochdruckgereinigt und die Verblechung der Strebepfeiler bzw. Fensterbänke montiert. Im darauf folgenden Frührjahr wurde, sobald es die Witterung zuließ, mit den Verputz- und Verfug- sowie Maler- und Anstreicherarbeiten weitergemacht und im Spätsommers war das Werk vollbracht. DasGeschenk,dasderFVVmitUnterstützungderDiözeseStPölten,des Bundesdenkmalamtes und der Landesregierung allen Eichgrabnerinnen und Eichgrabnern anlässlich seines 50jährigen Bestehens machen wollte, konnteübergebenwerden.NunerstrahltdieKleineKirchewiederinihrer ursprünglichen Farbe, einem hellen Ockerton, der an Sandstein erinnert. Möge sie allen, die vorbei oder hinein gehen, zur Freude gereichen! * Photos:HeinzSchmölzer,ArchivGemeindeEichgraben

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