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Gestalte(n) Ausgabe 145

GESTALTE(N)52 Bauherr: Clivus Grundstückvermietungs Gesellschaft m.b.H. Planung: franz, franz-archtekten.at Das Spiel mit „alt“ und „neu“ Es stellt sich bei solchen Projekten ja immer die Frage, wie man die Bau- sprache unserer Zeit mit dem Altbestand von früher zusammenbringt. VonderosoverkrampenÜbermodernisierung,dersicheinigegrößere Bausünden der letzten Jahrzehnte verdanken, sieht man hier nichts.Viel eher kann man an dem Neubau ablesen, wie eng die Begriffe „organisch“ und „Organisieren“ beieinanderliegen. Mit grauer Betonfassade wäre das natürlich nicht so gut gelungen, und entscheidend ist auch, daß dieser Bau an ein weitgehend unverändertes Außenniveau angepaßt wurde. Zusammen mit dem Altbaumbestand ergeben sich daraus ebenso wohl- tuende Kontraste wie mit den Gartenanlagen auf der anderen Seite. Das Ensemble als Ganzes verkörpert dabei auch den Wandel der Arbeits- konzepte, die das Landesjugendheim in seiner langen Geschichte schon erlebt hat. Gerade deshalb ist es wichtig, daß hier nicht immer nur Über- kommenes weitergeführt wird: Es würde schlichtweg nicht mit der Arbeitspraxis übereinstimmen. Ein bißchen Luxus als Investition Gute, helle, angenehme Lebenswelten heben den Menschen. Tristesse und Schäbigkeit drücken ihn nieder. Allein das ist Grund genug, gerade hier die weitgehend selbstverständlich gewordenen Wohnstandards zu verwirklichen und die Bewohnerinnen bei der Ausgestaltung aktiv mitwirken zu lassen. Mitmachen ist gut fürs Selbstvertrauen, aber hier wurde nicht einfach in den Farben gepanscht, sondern klug und weit- sichtig gestaltet. Auf dem ganzen Gelände ist keine einzige Filzsti- schmiererei zu sehen, und die Wohnbereiche sind gepflegt und ordentlich. Vielleicht ist das die bessere Welt, an der sie mitbauen wollen, die Jugendlichen aus den vielbeschworenen „problematischen Verhältnissen“ – wenn man sie nur läßt. *

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