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GESTALTE(N) Ausgabe 146

Eine Autostunde von Wien entfernt, 100 Kilometer in Richtung Süden und mitten in der Buckligen Welt hat sich eine junge Familie mit Kind ihren kleinen Haustraum verwirklicht. Der Grundriss ist funktional, das verwendete Material ökologisch, die Einrichtung auf das Wesentliche reduziert und das Flachdach war zu Beginn für die Nachbarn gewöhnungsbedürig. Inzwischen hat es aber bereits zwei Nachahmer gefunden. Die Bauherren sind rundum zufrieden mit ihrem eher unscheinbaren Haus das sich zur Straße hin komplett verschlossen zeigt, dafür auf der Talseite mit einer riesigen Glasfront punktet, die einen ewigen Blick über die Hügel „an klaren Tagen bis zur Riegersburg“, so der Hausherr, gestattet. Die mit 90 Quadratmetern eher kleine Wohnnutzfläche ist optimal ausgenützt und hat, neben dem Wahnsinnsblick nach Süden auch noch Licht von oben, was besonders für die an der hinteren Front liegenden Räume wie Kinderbad oder Gangbereich sehr zweckdienlich ist. Durch die Dachfenster war es letztlich auch möglich, die straßenseitige Front komplett zu schließen und für hinter Schiebetüren verpackte Lager- möglichkeiten zu nützen. Holz so weit das Auge reicht Das Haus besticht nicht nur mit einer Holzfassade sondern ist insgesamt ein Holzmassivbau und als Niedrigenergiehaus ausgelegt. Nachdem die Bauherren den schönen, braunen Fichtenholzton dauerha erhalten wissen wollten und nicht in ein paar Jahren ein nicht ganz ebenmäßig vergrautes Haus bewohnen wollten, entschied man sich für eine kessel- druckimprägnierte Holzfassade. Bei diesem Verfahren wird zuerst ein Vakuum erzeugt, das die Flüssigkeit aus dem Holz saugt und in der Druckphase wird dann das Holzschutzmittel bis in den Splintanteil des Holzes eingepresst, wodurch das Holz den originalen Farbton behält und doch dauerha gegen Insekten, Pilze und Moderfäule imprägniert ist. Zwei Baukörper und zwei Raumhöhen Im Innenraum wurde für Wände und Decken massives Kreuzlagen- holz verwendet, das dann von den Bauherren eigenhändig weiß lasiert wurde, „weil wir keine rustikalen Typen sind“, wie die Hausherrin meint. Eine Wahnsinnsarbeit, wie sie heute gestehen, aber ihr Perfek- tionismus und ein gewisses Wissen aus dem Bootsbau haben zu dieser Entscheidung geführt. Die Schwierigkeit lag nicht zuletzt in der Raum- höhe. Das Haus ist nämlich in zwei Volumina gegliedert, wobei der nördliche Baukörper mit dem Eingangsbereich den Lagerflächen und Nebenräumen niedriger ist, der südseitige Wohnbereich aber die stolze Raumhöhe von drei Metern hat. Durch diese Raumhöhe, gepaart mit den Dachfenstern und den riesigen, rahmenlosen Fensteröffnungen und Türen nach Süden entsteht die Großzügigkeit des Wohnraumes trotz nur 90 Quadratmetern Wohnnutzfläche. Die sehr klare Formen- sprache und ein homogenes Raumgefüge tun noch ein Übriges dazu. 33GESTALTE(N) Photos:JensWeber,OrlaConnolly

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