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GESTALTE(N) Ausgabe 146

39GESTALTE(N) Photos:StefanSchauer,Velux,GESTALTE(N) Am Anfang stand für Werner und Catherine Weißmann nur fest, dass sie ein altes Haus in der Wachau kaufen und nach ihren Vorstellungen herrichten wollten. Dann entdeckten sie den Trenninghof, ein abgewohntes schlossartiges Anwesen, das für ihre Bedürfnisse eigentlich zu groß, zu aufwendig und viel zu extravagant war. Letztlich wog aber die Faszination, die von dem mittelalterlichen Gebäude ausging, schwerer als alle Einwände und so fiel 2012 die Entscheidung es zu erwerben. „Finanziell waren der Kauf und die Revitalisierung sehr, sehr mutige Schritte“, erzählt der Psychologe und Wirtschaswissenschaler Weißmann rückblickend: „Wir waren nicht vermögend, hatten aber über die Jahre einiges angespart und mit Unterstützung der Familie konn- ten wir uns auf das Projekt einlassen.“ Gleich nach dem Kauf 2012 mie- tete sich Weißmann ein Büro in Mühldorf, von wo aus er seiner täglichen Arbeit nachgehen und zudem das Bauprojekt betreuen konnte. „Ich habe den Staub hier gefressen, und unzählige Stunden Eigenleistung investiert, sonst wäre die Aufgabe für uns nicht zu schaffen gewesen. Aber jede einzelne hat sich ausgezahlt!“ Nur eine winzige Periode Der Trenninghof ist mit 1302 im Kunstführerverzeichnis Dehio datiert. Ursprünglich war sein Grundriß quaderförmig und die Anlage diente vermutlich als Gutshof für die nahe Burg Oberranna. Ihr heutiges Aussehen und damit auch die Funktion als Herrensitz erhielt sie erst in der zweiten Häle des 16. Jahrhunderts, als der Hof mit seinen gotischen Gewölben mit zwei weiteren Trakten U-förmig erweitert wurde. Auch im 19. Jahrhundert wurde dazugebaut, diesmal im Stil des Historismus. Dazwischen gab es dutzende Besitzer, die den Trenninghof durch die Jahrhunderte nach ihren jeweiligen Bedürfnissen umformten, anpassten und modernisierten. Für die neuen Eigentümer war zwar klar, dass die Sanierung die ursprüngliche Gestalt hervorholen und wesentliche bauhistorische Epochen sichtbar machen sollte, aber nach welchen Gesichtspunkten geht man dabei vor, wenn weder alte Grundrisse noch Baupläne existieren? Außer einem Kupferstich von 1697 und einem Bieder- meier-Aquarell sowie einigen Fotografien gab es keinerlei Quellen. „Wir haben die Anlage dann gleich so renoviert, als ob sie unter Denk- malschutz stünde”, erzählt Werner Weißmann, der stets den Dialog mit der Kulturabteilung des Landes und dem Bundesdenkmalamt suchte und deren Vorschläge nie als Bürde oder Eingriff in die per- sönliche Freiheit betrachtete. Denn so Weißmann: „Wir Menschen sind nur eine winzige Periode in einer sehr langen wechselhaen Geschichte eines Gebäudes. Dessen muss man sich bei einem solchen Bauprojekt bewusst sein. Ich wollte daher keine Kompromisse, selbst wenn sie praktischer oder günstiger gewesen wären.“ Nägel mit Köpfen Für ein Vorhaben dieser Größenordnung – der Wohntrakt umfasst 185m2 , der Bürotrakt 115m2 – schritten die Arbeiten am Trenninghof ungemein rasant vorwärts und nach einem Jahr war bereits alles erledigt. Zunächst wurden die Adaptierungen aus dem 20. Jhdt. u.a. eine Betonstiege, ein Erker am Turm und die Kunststofffenster im ersten Stock entfernt. Alle Außenwände wurden drainagiert und damit trocken gelegt. Innen wurden verloren gegangene Bauelemente und Gewölbe freigelegt und wieder sichtbar gemacht. Die abgehängten Zwischen- decken sowie die Innendämmung landeten auf dem Bauschutt. Im nächsten Schritt wurde die Gebäudetechnik mit sämtlichen Leitungen Werner Weißmann und Catherine Weißmann–De Ro

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