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GESTALTE(N) Ausgabe 146

Die Sanierung nahm besondere Rücksicht auf die Geschichte und historischeSubstanzdesGebäudes.Adaptierungenwurdenzurückhaltend und verträglich durchgeführt, trotzdem wurde das Haus seiner künigen Nutzung angepaßt. Beispielsweise baute man den historischen Dach- boden als Schlafraum aus und baute Toiletten ein. Eine hangseitige Außenstiege schont die interne historische Dachstiege. Was sich als unsachgemäße Einbauten der letzten Jahrzehnte erwies, wurde entfernt, die baulich hochwertige Struktur des über Jahrhunderte gewachsenen Gebäudes betont. In den Räumlichkeiten des Erdgeschosses, teils mit prachtvoller geschnitzter Holzdecke, sind Aufenthaltsräume untergebracht. Die technische Ausführung der Baumaßnahmen wurde eng mit dem Bundesdenkmalamt abgestimmt. Die durch Feuchtigkeit stark be- anspruchten hangseitigen Mauerteile wurden durch eine sogenannte Bauteiltemperierung saniert. Dafür werden Heizleitungen direkt unter Putz am Mauerwerk verlegt, wodurch einerseits die Mauerfeuchtigkeit deutlich sinkt und andererseits der Innenraum durch Strahlungswärme geheizt wird. Diese Maßnahme hat unmittelbar zu einer sichtbaren Verbesserung der geschädigten Bauteile geführt. Zusätzlich wurde außen als Feuchtigkeitssperre Lehmschlag (gestamper Lehm) aufgebracht, um Neudurchfeuchtung zu unterbinden. Der historische Dachstuhl wurde weiterverwendet, sein Charakter dadurch erhalten. Das Dach wurde belassen, lediglich die Deckung erneuert und Schäden an den Dachgauben saniert. Was an historischer 51GESTALTE(N) Photos:BrunoKlomfar,GESTALTE(N) Das „Schwarze Haus“, jahrhundertelang eine der wichtigsten Schmiedehäuser von Ybbsitz, wurde generalsaniert und erhielt eine neue Struktur. Renovierungsfehler der sechziger Jahre wurden zurückgenommen. Die alte Bausubstanz wurde behutsam instandgesetzt und soll künftig bis zu 25 Personen Quartier bieten. VielAnstrengungistzuweilennötig,umeinemOrtirgendeinenCharakter aufzuprägen,derdannvomMarketinggenutztwerdensoll.WenneinOrt eine so einschlägige Geschichte hat wie Ybbsitz, seit Jahrhunderten das österreichische Schmiedezentrum schlechthin, dann sollte man mit diesem Erbe sehr klug umgehen. Und genau das ist erfolgt: Unter der behutsamen und überlegten Regie der „Schwarzen Gräfin“ KR Waltraud Welser, wurde eine der bedeutendsten Schmieden von Ybbsitz neu adaptiert und soll künig einen Quartier für die regelmäßig stattfindenden Handwerksveranstaltungen bieten. Das Gebäude besteht im Kern seit der Gotik, es hat wechselvolle Zeiten erlebt und wurde zuletzt vor einigen Jahrzehnten eher unbeholfen restauriert. Von der Gemeinde wurde es nur noch manchmal genutzt, die Feuchtigkeit zog in den Wänden hoch, das Haus kümmerte dahin. Für Aktivitäten des Schmiedezentrums Ybbsitz diente das Haus als Gästeherberge, sein Zustand aber verschlechterte sich zusehends. Erst die Übernahme durch KR Waltraud Welser brachte die Wende, nun konnte eine Generalsanierung dieses für den Ort so wichtigen Hauses in Angriff genommen werden. KR Waltraud Welser

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