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GESTALTE(N) Ausgabe 146

Mit verstärkter Kultivierung landwirtschalich genutzter Grünflächen gibt es kaum mehr Brachen, in denen es zu jeder Jahreszeit neue Tiere und Pflanzen zu entdecken gibt. Man vermisst die Vielfalt einer un- kultivierten Landscha. Die romantische Sehnsucht nach einem Stück unberührter Natur, nach einem Stück Urwald im Garten steigt. Hinzu kommt ein steigendes Umweltbewusstsein durch offensive Öffentlich- keitsarbeit.DiesesschalangsameinBewusstseinfüreinenökologischen Umgang auch beim Hausbau oder beim Hauskauf. Eine in den 1980er Jahren noch kleine Gruppe engagierter Architekten und Interessierter beginnt mit Überlegungen zur Entlastung der Umwelt durch eine flächensparende und ökologische Bauweise. Ökologisch Wohnen: Ökosiedlung Gärtnerhof, Gänserndorf 1988 Die Ökosiedlung Gärtnerhof entstand durch Eigeninitiative einer Interessensgemeinscha und den Impuls des planenden Architekten Helmut Deubner. Sie gilt als eines der Pionierprojekte auf dem Gebiet einer ökologischen Bauweise. In der über 4-jährigen Planungs- und 2-jährigen Bauzeit von 1982 bis 1988 wurde die Siedlung realisiert. Insgesamt entstanden 11 Hoäuser von 130m² bis 150m² in verdichteter Die zunehmende Individualisierung manifestiert sich in den 1980er Jahren auch im verdichteten Flachbau. Hinzu kommt nach einer Zeit der bedarfsorientierten und zweckmäßigen Bauweise erstmals ein Anspruch an „schöne Architektur“. Im allgemeinen Fortschritts- glauben ist es unausweichlich, dass dem Auto eine zunehmende Bedeutung zuwächst. Garagen im Wohnhaus werden zum wichtigen Planungselement. Die flächige Siedlung löste sich auf zugunsten einer eher monotonen Reihe, die direkt an der Zufahrtsstraße mit Einfahrt in die Garage liegt. Eine Gegenbewegung dazu versucht vermehrt ökologische Komponenten in den Wohnbau zu integrieren und sucht wieder den Kontakt zum Kreislauf der Natur. TEIL5: LEBEN IM ÖKODORF WOHNEN UND (IN) GEMEINSCHAFT von Edeltraud Haselsteiner F A C H A R T I K E L GESTALTE(N)54 Flachbauweise mit eigenem Garten sowie 10 Geschoßwohnungen zu 60m² bis 100m² mit Terrassen und Dachgärten. Im Mittelpunkt steht ein gesamt-ökologisches Baukonzept: Naturnahes wohnen mit ökolo- gischen Baustoffen, dem Einsatz alternativer Energiesysteme und dem Bestreben, die Naturkreisläufe (Energie, Material, Lu, Wasser) zu schließen, um vom konventionellen Verbrauchs-, und Entsorgungs- system zu einem vernetzten Nutzungssystem zu gelangen. Die Energie- versorgung erfolgt durch Sonnenkollektoren für die Warmwasser- bereitung und Gas-Brennwertthermen für die Raumheizung. Die Wasserversorgung beruht zu etwa 40% auf Regenwasser aus Zisternen, welches für Waschmaschinen, WC-Spülung und Garten- bewässerung genutzt wird. Da in Streusiedlungsbereichen die Kanali- sation unwirtschalich ist, werden sämtliche Abwässer in einer eigenen Pflanzenkläranlage gereinigt und für die Bewässerung der Obstbäume und Grünflächen verwendet. Die Umwälzung des Wassers wird zusätzlich durch eine windkragetriebene Pumpanlage unter- stützt. In den Häusern wurden Komposttoiletten installiert, die kein Wasser verbrauchen und durch die abgeschlossene Verrottung der Fäkalien und biogenen Haushaltsabfälle exzellenten Dünger für die Nutzgärten liefern.

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