Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

GESTALTE(N) Ausgabe 147

13GESTALTE(N) SYMBOLKRAFT Der Ambo aus rotem Glas, der zur Schriftlesung dient, wird zur kristallinen Einfassung des Ewigen Lichts. Die Märtyrerfarbe Rot dominiert auch bei der nahezu monochromen Glasikone, die von Wolfgang Stifter künstlerisch gestaltet wurde. Eine puristische Stahlkonstruktion der Architekten, die um die Ecke läuft und schwebend im Luftraum von der Decke abgehängt wurde, bildet den Rahmen des 15 Meter langen Frieses. Die Malerei erzählt linear von Schöpfung, Erlösung, Vollendung und kulminiert in einem geometrisierenden Gesicht, in das das Kreuz eingeschrieben ist, wie der Chorherr Petrus Stockinger bei der Führung durch die Kapelle erklärt. MODERNITÄT IN BAROCKEN RÄUMEN Tageslicht erhält der Raum durch vier Fenster, die aus dem Altbestand übernommen wurden und entlang der Außenwand liegen. Der Dialog zwischen Alt und Neu wurde von Ernst Beneder und Anja Fischer als seriöser Diskurs angelegt. Dabei wird weder der Stuck der Prandtauer-Architektur verleugnet, der im Gewölbe belassen wurde, noch erfolgte eine Anbiederung durch neobarocke Zitate. Der Geist der Moderne ist auf vielen Ebenen spürbar. Die intensive Auseinandersetzung mit dem sakralen Raum und die an ihn gestellten Anforderungen, bei der die Architekten die Kloster- gemeinschaft einbezogen, ist Basis der Erfolgsgeschichte der vielpublizierten Kapelle. Weitere Aufträge im religiösen Bereich folgten: von der Pfarrkirche Gallspach (2005) über jene in Lingenau (2010) bis zu St. Sebastian in Dornbirn (2013), die allesamt große Beachtung erfuhren. In Herzogenburg aber kommt man einem Phänomen besonders nahe: dem Ostergeheimnis. *

Seitenübersicht