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GESTALTE(N) Ausgabe 147

44 GESTALTE(N) Bauherr: Raiffeisenbank Mödling Planung: Arch. Mag. Lothar Jell-Pardeiser & ARGE X42 * vorbehalten, während alle anderen im Erdgeschoß bedient wurden. Heute lockert sich das zumindest optisch weitgehend auf: Vertikale Verbindungen zwischen den Geschossen machen die Überwindung hierarchischer Strukturen erfahrbar. Begrünte Wände stehen für Wachs- tum und Nachhaltigkeit. Statt Wartebereichen gibt es hier eine Art Lounge – man „kommt nicht dran“, sondern schlendert entspannt zu seinem Kundenbetreuer. Das evoziert bei Bankkunden eine völlig neue Erlebnisqualität. Café und WLAN sind natürlich selbstverständlich. Informelle Beratungsgespräche können hier in sehr begünstigender Atmosphäre geführt werden, das Café ist öffentlich zugänglich und kann sogar für Veranstaltungen gebucht werden. Technisch ist das Bauwerk am neuesten Stand, unter anderem mit einem großen Solarstrompanel auf dem Dach. Das erzeugt nicht nur Strom, sondern auch Glaub- würdigkeit: Schließlich sind es Banken, die solche Investitionen finan- zieren, und wenn sie gleich auf eine eigene Anlage verweisen können, weiß auch der Kunde, dass sowas sinnvoll ist. Hochwertig, solide, nachhaltig Auch die ausgewählten Materialien sprechen die Sprache, die sagt, wie die Bank selbst erscheinen will. Hochwertige und praktische Ober- flächen ohne Schnickschnack stehen für Solidität, Wirtschaftlichkeit und Dauerhaftigkeit. Die Außenfarbe setzt sich im Innern fort, der Fuß- boden und einige Wandflächen sind aus dem Holz, das Dauerhaftigkeit und Wachstum so gut verkörpert wie kein anderes: Eiche natürlich. Der Bodenbelag aus Donau-Kalkstein läßt dezent anklingen, daß trotzdem alles im Fluß ist. Selbstbild der Bank transportiert Die Gestaltung wurde von Arch. Mag. Lothar Jell-Pardeiser in Zusam- menarbeit mit ARGE X42 ersonnen, die es sehr geschickt verstanden haben, das Selbstbild einer modernen Bank in die Sprache ihres Neubaus zu übersetzen. Plausibel ist das auf jeden Fall, und es wurde auch gewürdigt: Dieses Bauwerk wurde nämlich mit dem niederöster- reichischen Baupreis 2014 ausgezeichnet. Dieser Preis wurde damit be- reits zum siebten Male vergeben. Die Fachjury unter Vorsitz von Landesbaudirektor DI Peter Morwitzer hat unter Berücksichtigung der handwerklich-technischen Leistungen, zeitgemäßer Planung, Gestaltung und Objektumsetzung, ökologischer und nachhaltiger Bauweise sowie wirtschaftlicher, nutzungsorientierter Funktionalität hierfür Bronze vergeben. „Inmitten der Mödlinger Altstadt situiert, verflechtet sich der Neubau trotz seiner modernen Formensprache bedachtsam mit dem bestehenden historischen Ensemble“, heißt es in der Erklärung der Jury. „Um sich an die Kleinteiligkeit des baulichen Umfeldes bestmöglich anzupassen, wird die Massivität des Volumens durch gezielte räumliche Einschnitte aufgebrochen.“

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