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GESTALTE(N) Ausgabe 148

57GESTALTE(N) Etwa 120 Stunden leistet er pro Jahr ehrenamt- lich für das Projekt. Dazu gehört vor allem, Teilabschnitte des Bachs mit einem kleinen Wehr aufzustauen, damit die Enten dann dort ihre Säuberungen durchführen. Im Winter tun sie das übrigens halbtags. Wie alles begann Eines Tages bemerkte Hermann Fischer, dass seine Enten den Garten verließen und den nahegelegenen Bach aufsuchten. Als er sah, wie gut das dem Wasserlauf tat, schlug er vor, die Tiere für die Bachpflege einzusetzen. Dadurch kann die Gemeinde nun auf das regelmäßige, teure Ausbaggern des Schlamms verzichten. Nahrung suchen sich die Tiere nicht nur im Bach, sondern auch auf den öffentlichen Flächen und in Gärten, wo sie die Nacktschnecken aufspüren und die Wiesen kurz halten. Enten als Beschäftigung und Therapie Einzelne Enten darf man in bestimmten Fällen sogar ausborgen, wenn man etwa einem be- tagten oder kranken Menschen wohltuende Beschäigung verschaffen möchte oder ein Schneckenproblem im Garten hat. Schon interessieren sich erste Fachleute für den Ein- satz der Tiere als „erapieenten“. Allerdings schaut sich Hermann Fischer recht genau an, ob es seinen Schützlingen in der Sommer- frische gut geht. Was mit einer naturnahen Maßnahme zur Bachbettpflege begann, entwickelt sich so zur vielfältig nutzbaren Bio-Ressource im Ort. Hermann Fischer sieht bereits das Schmida- tal als Entenregion, da bereits erste Ansied- lungen in benachbarten Orten mit Erfolg durchgeführt wurden. Von Großmeiseldorf aus verbreitet sich eine gute Idee, wozu auch zahlreiche Berichte in überregionalen Medien beigetragen haben. Bis das Entenprojekt von den Behörden voll anerkannt wird, sind so- wohl die Enten als auch die Hinweisschilder „behördlich geduldet“, wie aus der Gemeinde zu hören ist. Ein klares Resümee Die Aktion zeigt jedenfalls, wie leicht vielfältige Vorteile für eine Ortsgemeinscha erreicht werden können. Mit weniger technischem und finanziellem Aufwand hat Großmeisel- dorfmehrerreicht.DieTiereschaffenländliche IdylleundentsorgenzudemauchnochKüchen- reste. Verkehrsberuhigungsmaßnahmen mit behördlichen Kontrollen sind sicherlich wesentlich weniger nötig. In einigen anderen Ländern Europas – Ungarn, Rumänien, Bulga- rien usw. – gibt es sie schon flächendeckend, die frei in den Ortschaen laufenden Tiere. * Nachher Zufrieden gehts am Abend im Gänsemarsch nach Hause

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